Dr. med. Albert Baer (1898 - 1944)

Dr. med. Albert Baer wurde am 02.05.1898 in Windsbach geboren und lebte in Windsbach, Würzburg, Erlangen, München, Berlin, New York, Illinois.

Seine Eltern waren Baer Ida geb. Wacker (19.07.1869–02.02.1944) und Baer Josef.

Er starb am 10.12.1944 in Illinois.

Weitere Angaben aus den Quellen: Albert Bär wurde am 2. Mai 1898 in Windsbach in Mittelfranken geboren. Dort besuchte er das Progymnasium, ehe er mit Umzug der Familie nach Würzburg ab der 9. Klasse im Alten Gymnasium der unterfränkischen Bezirkshauptstadt eingeschrieben war. Sein Vater Josef Bär war als Kaufmann tätig, die Mutter Ida, geb. Wacker, stammte aus Schopfloch. Ob Albert noch einen Bruder namens Josef (jun.) hatte, ist nicht mit Gewissheit zu klären. Während des Ersten Weltkrieges war Albert Bärs Wohnsitz die Juliuspromenade 17 1/3. Als er eingezogen wurde, war er als Medizinstudent an der Würzburger Universität immatrikuliert. Denselben zivilen Zusatzvermerk hatte er auch noch im Range eines Vizefeldwebels. Bis 1916 war er als Maschinengewehrschütze an der französischen Front tätig. Eine Beurteilung aus demselben Jahr bezeichnete ihn als „militärisch-stramm, frisch und bescheiden“. Von September bis November 1916 besuchte der vormalige Angehörige des Landsturms eine Flugschule, wurde anschließend zur Flieger-Ersatz-Abteilung I verlegt und als Unteroffizier mit Anwärterstatus eingesetzt. Die Offiziersprüfung bestand er am 29. Juli 1918. Er, einer der „Ritter der Lüfte“, wie man ihn in Windsbach später verehrte, war noch bis zum 15. November 1918, also vier Tage nach Kriegsende, im Range eines Fliegerleutnants Angehöriger der Reichswehr. Danach brauchte er zwei Wochen, um zurück nach Würzburg zu gelangen. Nach dem Ersten Weltkrieg betätigte sich Bär im Freikorps Würzburg (Bataillon Scheuring), dort im Volkswehr- und Freiwilligenverband. Dieses deutsch-nationale Engagement eines Juden brachte ihm sogar das heimliche Lob des ansonsten strikt antisemitischen evangelischen Pfarrers von Windsbach ein. Am 11. Februar 1920 zog er für zwei Monate nach Erlangen um, danach war er in München gemeldet, vermutlich im Rahmen seines Medizinstudiums. Erst ab dem 3. Januar 1924 war er wieder in Würzburg ansässig. 1929 bzw. 1930 war er schließlich als promovierter Mediziner in Berlin-Charlottenburg ansässig. In der Novemberpogromnacht 1938 wurde die Wohnung des 1935 verstorbenen Vaters Josef (sen.) Bär in der Bahnhofstraße 38 (heute 22) aufgebrochen und demoliert. Vermutlich, so der Gestapobericht, gab es eine Verwechslung mit dem Anwesen des Sohnes (Josef jun.), das ebenfalls in der Bahnhofstraße lag. Albert Bär war inzwischen im Todesjahr seines Vaters über New York in die USA emigriert. Dadurch entging er dem Schicksal der Ermordung durch die Nationalsozialisten, was seiner Mutter nicht mehr gelang. Ida Bär, die nach dem Tod des Ehemannes von Berlin zurück nach Würzburg gezogen war und dort in den Heimen in der Konradstraße 3 und der Bibrastraße 6 lebte, wurde am 23. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Dort starb sie im Alter von 74 Jahren am 2. Februar 1944 durch die Schuld der Nazis. Albert Bär starb am 10. Dezember 1944. Sein Leichnam wurde zwei Tage später auf dem jüdischen Friedhof von Illinois beigesetzt. Quellen: - Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Abteilung IV Kriegsarchiv, Kriegstammrollen, 1914-1918, Band 22740, Stammrolle Albert Bär; Personalakt Albert Bär 4541. - New York Passenger and Crew Lists, 1909, 1925-1957. - Illinois, Northern District Naturalization Index, 1840-1950. - Mitteilungen von Wolfgang Scheuch, Prüm/Eifel.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.