Nathan Bamberger wurde am 01.02.1842 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg.
Seine Eltern waren Bamberger Kela geb. Wormser (um 1804) und Bamberger Seligmann Bär (06.11.1807–13.10.1878).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Bamberger Hanna (Chana) geb. Perlstein, die Ehe wurde am 1870 geschlossen.
Seine Kinder waren Bamberger Herz Naphtali (01.01.1873–26.03.1902), Bamberger Martha (Martel) (02.06.1890–30.12.1925), Schweizer Zerline geb. Bamberger (02.12.1880–16.07.1913), Wertheimer Betty geb. Bamberger (02.12.1883) und Perlstein Milli (Emilie) geb. Bamberger (07.03.1888–1967) sowie weitere 7 Kinder.
Er starb am 27.04.1919 in Würzburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Rabbiner Nathan Bamberger wuchs unter der geistigen und religiösen Führung seines berühmten Vaters Seligmann Bär Bamberger ("Würzburger Rav") in Würzburg auf. 1870 erhielt er als Rabbinatskandidat das Heimatrecht, 1872 das Bürgerrecht der Stadt. 1878, nach dem Tod des Vaters, war er zunächst Rabbinatsverweser. Er wurde dann, nicht ohne Widerstände, zum Distriktsrabbiner für Würzburg (Distriktsrabbinat) und die zugehörigen unterfränkischen Landgemeinden gewählt. Seine betont orthodoxe Einstellung führte immer wieder zu - meist beigelegten - Spannungen mit dem großen, tonangebenden liberal-jüd. Teil der Gemeinde Würzburg. Allgemein anerkannt, auch von der nichtjüd. Bevölkerung, wurden seine herausragenden persönlichen Eigenschaften ("ehrwürdige Erscheinung") wie Anspruchslosigkeit und Hingabe an das Amt (kein Tag Urlaub in 40 Jahren). Ganz in der Tradition des Vaters stehend, widmete er sich neben den täglichen Gemeindeaufgaben und Religionsstudien besonders der Arbeit für die alten jüd. Gemeinden in Palästina, andererseits der ILBA, der er bis zu seinem Tod vorstand. In seiner Amtszeit brachte er fast 2,5 Millionen Mark an Spenden für die Palästina-Arbeit auf; führend tätig war er in der Deutsch-Holländischen Palästina-Verwaltung. Ein weiterer Schwerpunkt war der Ausbau des Wohlfahrtswesens der jüd. Gemeinde, so besonders durch das Isr. Kranken- und Pfründnerhaus (1884). Im religiösen Bereich galt er, über Bayern hinaus, als bedeutender Talmudist. In lokalen (Verein Ez Chajim, Vorsitzender?) und überregionalen Lernzirkeln scharte er einen Kreis Gleichgesinnter um sich. Vorsitzender (Gründer 1910?) des Vereins für die Interessen des gesetzestreuen Judentums in Bayern. Gegenüber den Behörden vertrat er energisch jüd. Belange, unterstrich aber auch die Loyalität des jüd. Bevölkerungsteils, so in Aufrufen für die Kriegsanleihen oder für die Volkswehren und Freikorps. Per Amt war er Mitglied in Fürsorgeverbänden der Stadt und des Bezirks. Ehrungen: Verdienstorden vom Heiligen Michael, 4. Klasse (1914), König-Ludwig-Kreuz, Verdienstkreuz für Kriegshilfe. [1016] Der Ehemann von Hanna Perlstein aus Kopenhagen und Vater von zahlreichen Kindern verstarb 1919 im Alter von 77 Jahren. Zu seinem Nachfolger wurde 1920 Dr. Sigmund Hanover gewählt.