Nathan Bretzfelder wurde am 13.08.1863 in Estenfeld geboren und lebte in Estenfeld, Bad Kissingen.
Seine Eltern waren Bretzfelder Samuel (11.07.1820) und Bretzfelder Hanna geb. Reichmann (um 1820).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Bretzfelder Klara geb. Goldstein.
Sein Kind war Mayer Irma geb. Bretzfelder (21.10.1895–00.10.1944).
Er starb am 01.02.1939 in Bad Kissingen.
Weitere Angaben aus den Quellen: Nathan Bretzfelder wurde 1863 als Sohn von Samuel und Hanna Bretzfelder (Reichmann) in Estenfeld geboren. Der Kurheimbesitzer ("Villa Holländer" in der Bismarckstraße) war über viele Jahre als Stadtrat, Leiter der Kultusgemeinde und als entschiedener Gegner des aufkommenden Nationalsozialismus in Bad Kissingen aktiv. Nathan war seit 1891 mit Klara Goldstein verheiratet; Vater von (1894 Bad Kissingen - 1914 Innsbruck) und Irma Mayer. Bereits 1899 wurde Nathan Bretzfelder das Kissinger Bürgerrecht verliehen. Am Neujahrstag 1931 konnte der angesehene Bürger ein seltenes Jubiläum begehen: An diesem Tag jährte sich zum 25.Mal der Tag, seitdem er dem Kissinger Stadtparlament angehörte. Zu seinen Ehren beschloss der Stadtrat, ihm eine Urkunde zu verleihen und einen Eintrag im Goldenen Buch der Stadt zu gewähren. NS-Zeit: Nur zwei Jahre später wurde Nathan Bretzfelder im März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und musste dann mit Otto Goldstein aus dem Kissinger Stadtrat ausscheiden. In der NS-Zeit bemühte sich Nathan Bretzfelder als Vorsitzender der Kultusverwaltung nach Kräften, den Gemeindemitgliedern beizustehen. Mitte März 1938 wurde ihm auf Betreiben des Stadtrates und Kreispropagandaleiters Josef Bauch die Konzession für sein Kurheim entzogen, da „sich der Jude Bretzfelder während der Kampfzeit und auch noch ganz kurz vor der Machtübernahme der Bewegung widersetzt und ganz abträglich hervorgetan“ habe. In der Pogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde Nathan Bretzfelder verhaftet und im Gefängnis des Amtsgerichtes inhaftiert. Zusammen mit einigen anderen hochbetagten Kissinger Juden wurde der 75-jährige zwei Tage später aus der „Schutzhaft“ entlassen. Er starb am 1. Februar 1939 in Bad Kissingen. Auf seinem Grabstein wird er als „treuer Mann, Zierde seiner Familie, Wohltäter und Vorsitzender unserer Gemeinde“ gewürdigt. [1161].