Felix Fechenbach (1894 - 1933)

Felix Fechenbach wurde am 28.01.1894 in Bad Mergentheim geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Bad Mergentheim, Würzburg, Frankfurt am Main, München, Ebrach (Zuchthaus), Berlin, Detmold. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Fechenbach Noe (Noa) (11.04.1859–19.11.1935) und Fechenbach Rosalie (Rosa) geb. Weikersheim (19.07.1868–April 1935).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Fechenbach Martha geb. Czernichowski, die Ehe wurde am 1919 in München geschlossen.

Er war in 2. Ehe verheiratet mit Fechenbach Irma geb. Eppstein, die Ehe wurde am 1926 geschlossen.

Seine Kinder waren Fechenbach Hanni, Fechenbach Kurt und Wiederkehr Lotti geb. Fechenbach (1929–27.03.2017).

Er starb am 07.08.1933 in Detmold/Lippe.

Weitere Angaben aus den Quellen: Journalist, Politiker. Felix Fechenbach wuchs in Würzburgin der Bäckerfamilie Noa und Rosalie Fechenbach auf. Er besuchte hier die Jüd. Volksschule und eine Realschule; ohne Abschluss. Mithilfe im elterlichen Betrieb; 1907-1911 Lehrling, Kommis in einer Schuhwarenhandlung in Würzburg. Felix trat hier wie sein Bruder Siegbert dem gewerkschaftlichen Zentralverband der Handlungsgehilfen und -gehilfinnen Deutschlands bei. 1911 ging er nach Frankfurt; kaufmännischer Angestellter. Arbeit in der gewerkschaftlichen Jugendorganisation und in der SPD. 1912 nach München. Hilfsarbeiter im Arbeitersekretariat; erste journalistische Arbeiten in der Gewerkschaftspresse; Organisationsarbeit für die Arbeiterjugend. I. Weltkrieg: 1914/15 Kriegsteilnehmer; verwundet, ausgezeichnet mit dem EK II (Eisernes Kreuz). Wiederaufnahme der Parteiarbeit in der Jugendsektion. Anschluss an die innerparteiliche Opposition und den Kreis um Kurt Eisner. 1918 Teilnahme am Januarstreik; Militärgerichtsprozess. Weimarer Repunlik: In der Rätezeit Privatsekretär, persönlicher Referent von Kurt Eisners Mitglied im Landes-Soldatenrat. Felix Fechenbach distanzierte sich in der späteren Phase von der Räterepublik und fand zur SPD zurück. Er wurde wegen der angeblichen Mitwirkung an Dokumentationen Eisners zur Kriegsschuldfrage gerichtlich verfolgt. 1922, im sogenannten Fechenbach-Prozess, in einem politischen Skandalurteil (Politische Justiz) mit elf Jahren Zuchthaus bestraft. Im Dezember 1924 vorzeitig aus dem Zuchthaus Ebrach entlassen; 1926 teilweise Wiedergutmachung durch das Reichsgericht (Lex Fechenbach). Redakteur beim SPD-Verlag Dietz in Berlin. Veröffentlichungen zu seiner Zuchthaus- und Rätezeit. 1929 ging er als Redakteur ans Detmolder Volksblatt. Durch scharfe Angriffe in der Zeitung und als Parteiredner machte er sich bei den Nazis verhasst. Für eine weitere Zuspitzung sorgte der Lippesche Landtagswahlkampf im Januar 1933. NS-Regime: Zuvor schon überfallen und verletzt, wurde er am 11.März 1933 mit anderen SPD-Prominenten in "Schutzhaft" genommen. Am 7.August 1933 wurde Felix Fechenbach von SA-Leuten, angeblich zur Überstellung in ein bayerisches KZ, aus dem Gefängnis geholt und nach kurzer Fahrt bei einem Wald nahe Deztmold erschossen. Er wurde auf dem Jüd. Friedhof in Rimbeck beerdigt. [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.