Siegfried Friedlein (1875 - 1941)

Siegfried Friedlein wurde am 10.04.1875 in Kirchheim (Unterfranken) geboren und lebte in Kirchheim, Geroldshausen, New York.

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Friedlein Therese geb. Schuelein.

Sein Kind war Friedlein Else (08.12.1911).

Er starb am 02.09.1941 in New York.

Die Grabstätte befindet sich im "Emerson, New Jersey - Cedar Park Cemetery".

Weitere Angaben aus den Quellen: Viehhändler in Kirchheim im Landkreis Würzburg, zeitweise auch in der benachbarten Gemeinde Geroldshausen wohnhaft. War wie sein Bruder, der Metzger Eduard F., in der kleinen bereits 1908 aufgelösten jüdischen Gemeinde Kirchheim aufgewachsen als Kind von Bernhard (Baerle) Friedlein und Amalie, geb. Rosenfeld. Er betrieb wie der Bruder (und wohl schon der Vater) eine Viehhandlung, die er im Oktober 1937, bedingt durch die zunehmende Ausgrenzung, aufgeben musste. Siegfried Friedlein lebte mit der Ehefrau Therese und den vier Kindern Else, Flora, Ruth und Siegbert überwiegend in Kirchheim. Else und Siegbert waren bereits 1938 nach New York ausgewandert, Siegfrieds ältester Bruder Adolf Friedlein lebte bereits seit 1883 in Washington. Als sich das Ehepaar Friedlein 1941 entschloss, ebenfalls den Gang ins Exil zu gehen, war ihnen dies sicher vor Augen. Am 14. Mai 1941 startete ihre Emigration von Stuttgart aus, am 14. Juni 1941 kamen sie in New York an. So waren sie der Shoa entgangen, doch nach nur einem Vierteljahr, am 2. September 1941, verstarb Siegfried Friedlein plötzlich und im Alter von nur 66 Jahren in Manhattan. Einen Tag später wurde er im jüdischen Friedhof Cedar Park (Beth El) in New Jersey begraben. Therese Friedlein war damals erst 56 Jahre alt. Insgesamt starben zehn Angehörige der Familie Friedlein, darunter Siegfrieds jüngster Bruder Louis und dessen Frau Cläre 1942 sowie deren Tochter Anneliese im Raum Lublin sowie die Nichte Lina und der Neffe Viktor, beide nach Geschwistern Siegfrieds benannt. Im online-Gedenkbuch des Bundesarchivs taucht Siegfried Friedlein zurecht nicht mehr auf. In der gedruckten Fassung steht, das Ehepaar sei 1942 deportiert worden, was nicht stimmt. Auch der Ort Izbica ist falsch, wenn, dann wären sie nach Krasniczyn deportiert worden. In der Datenbank von Yad Vashem wird noch auf diesen fehlerhaften Eintrag rekurriert. Ferner finden sich in der Database des USHMM [1043] ebenfalls fehlerhafte Einträge mit Bezug auf die angebliche Deportation. [1003][1016][1023]. Anmerkung: In der ehemaligen Synagoge von Kirchheim, deren hölzerne Wandverkleidungen nach der Auflösung der Gemeinde 1908 in das Luitpold-Museum nach Würzburg gelangten (1911), fand sich eine gemalte Liste der Namen vieler Gemeindemitglieder, wobei die Familie Friedlein besonders hervorgehoben wurde.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.