Georg (Siegfried) Friess wurde am 18.07.1913 in Nuernberg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Nürnberg, Frankenwinheim, Höchberg, Würzburg, Sterbfritz, Riga-Jungfernhof, KZ Bergen-Belsen, Libau, Hamburg, Hamburg-Blankenese, Raum Riga. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Frieß Hannchen geb. Kolb (um 1890) und Frieß Hans.
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Frieß Käthe geb. Solms, die Ehe wurde am 1941 geschlossen.
Er starb am April/Mai 1945 in Bergen-Belsen.
Weitere Angaben aus den Quellen: Georg Frieß, genannt Gori, wuchs mit seiner Schwester Bianka in der konfessionell gemischten Familie von Hans Frieß und seiner Lebensgefährtin Hannchen Kolb auf. Die Familie lebte in Nürnberg und in der unterfränkischen Gemeinde Frankenwinheim, Landkreis Schweinfurt. Sein Vater war dort als Architekt tätig und fiel vermutlich im Ersten Weltkrieg. Georg Frieß besuchte die Präparandenschule in Höchberg und absolvierte eine Ausbildung an der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg. Um 1934 schloss er mit seinem Examen ab. Danach unterrichtete er in der hessischen Gemeinde Sterbfritz sowie in Frankenwinheim und versah in beiden Orten auch die Dienste des Kantors. 1937 hielt er sich kurzzeitig in Würzburg auf. Ab etwa 1940 unterrichtete er als Klassenlehrer an der Jüdischen Volks- und Berufsschule Würzburg. An Sylvester 1940 heiratete er die in Stettin geborene Käthe Solms, mit der er am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert wurde. Da er wie seine Frau Käthe einen nichtjüdischen Elternteil hatte, wurde er nach den Nürnberger Gesetzen von 1935 als "geltungsjüdisch" behandelt. Dementsprechend wäre das Paar bei den Deportationen zurückgestellt worden. Doch Georg wurde von der Jüdischen Gemeinde gefragt, eine Gruppe seiner Schüler auf der Deportation nach Riga zu begleiten, um sie weiter zu unterrichten. So wurde das Zurückstellungsgesuch seiner nichtjüdischen Schwiegermutter Helene Solms abgewiesen. Auf den Aufenthalt im Außenlager Riga-Jungfernhof folgten etliche Lageraufenthalte: Georg musste Zwangsarbeit im Raum Riga (Jungfernhof, Ghetto Riga, Riga-Kaiserwald, Mühlgraben) leisten sowie später in Libau. Im Februar 1945 wurden Georg und Käthe Friess, die bis dahin hatten zusammen bleiben können, nach dem Rücktransport in Hamburg im Gefängnis untergebracht und getrennt. Zuletzt wurde Georg in norddeutsche KZ-Nebenlager (Kiel, Krottingen unter anderem) gebracht und schließlich ins KZ Bergen-Belsen, wo er nach kurzer Zeit - wahrscheinlich im März/April 1945 - Opfer der dort grassierenden Typhusepidemie wurde. Seine Frau Käthe wurde Anfang Mai 1945 vom dänischen Roten Kreuz befreit und schrieb im Juni/Juli 1945 Im Flüchtlingslager Holsbybrunn in Scheden ihre Erinnerungen an die Jahre der Haft auf. Ende Juni, mitten im Schreiben, erfuhr sie von Goris (Georgs) Tod. Quelle: Christin Sandow, "Schießen Sie mich nieder!: Käte Frieß’ Aufzeichungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945", Berlin 2017.