Norbert (Nathan) Glanzberg (1910 - 2001)

Norbert (Nathan) Glanzberg wurde am 12.10.1910 in Rohatyn geboren und lebte in Rohatyn, Würzburg, Aachen, Berlin, Paris, Südfrankreich (Vichy-Regime), Neuilly-sur-Seine.

Seine Eltern waren Glanzberg Malka (Amalie) geb. Thür (15.12.1882–nach 1960) und Glanzberg Samuel (13.11.1869–nach 1960).

Er starb am 25.11.2001 in Neuilly-sur-Seine.

Weitere Angaben aus den Quellen: Musiker, Komponist. Kam als Kleinkind nach Würzburg. Seine musikalische Ausnahmebegabung fiel schon im Schulalter auf. Er besuchte das humanistische Alte Gymnasium und das Realgymnasium in der Stadt, parallel machte er, ab etwa 1924, eine Musikausbildung in Klavier und Komposition am Bayerischen Staaatskonservatorium der Musik (Hochschule für Musik Würzburg). 1928, mit 18 Jahren, wurde er Kapellmeister-Eleve am Würzburger Stadttheater. 1929 wechselte er an das Stadttheater Aachen, 1930 als Korrepetitor an den Admiralspalast Berlin, damals die erste Adresse für Unterhaltungsmusik in Deutschland. Wenig später machte er sich als Filmkomponist einen Namen. Schon 1932 von der NS-Presse angefeindet, flüchtete er 1933 nach Paris, wo er nach einigen "Hungerjahren" einen steilen Aufstieg als Pianist und Komponist in der Szene des französischen Chansons erlebte. Am bekanntesten wurde er als enger Begleiter von Edith Piaf, für die er, unter anderem, das berühmte Chanson "Padam Padam" schrieb. Während der deutschen Besetzung versuchte er vergeblich, in die USA zu emigrieren. Er überlebte, von Freunden versteckt, im Untergrund im unbesetzten Südfrankreich. Ab 1944 setzte er, von seinem Lebensmittelpunkt Paris aus, seine Karriere in der U-Musik erfolgreich fort. Um 1960, mit dem Aufkommen der Rockmusik, kam sie ins Stocken. Norbert Glanzberg widmete sich im Alter der "ernsten" Musik. 1984 vollendete er seine "Suite Jiddisch" für zwei Klaviere und Gesang, später aufgeführt mit den deutschen Künstlerinnen Gisela May und Hanna Schygulla(1998 in Würzburg). Eine orchestrale Fassung wurde 2000 in Würzburg uraufgeführt anlässlich der Verleihung des Kulturpreises der Stadt an Norbert Glanzberg. In seinem Todesjahr 2001 folgten europa- und landesweit übertragene Aufführungen in Jerusalem und Berlin. [1016]-rs Qu_ellen: -Astrid Freyeisen: Chanson für Edith. Das Leben des Norbert Glanzberg, 2003 -Weblink: Norbert Glanzberg.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.