Ludwig Gutmann wurde am 25.06.1902 in Schwanfeld geboren und lebte in Schwanfeld, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Sowjetunion, Raum Riga, Maly Trostinez.
Seine Eltern waren Gutmann Louis (21.10.1873–10.05.1943).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Gutmann Therese Thekla geb. Schwab.
Er war in 2. Ehe verheiratet mit Gutmann Lisbeth geb. Wolf, die Ehe wurde am 1959 in Schwanfeld geschlossen.
Sein Kind war Gutmann Gert Samuel (16.02.1932–26.03.1942).
Er starb am 01.02.1984 in Schwanfeld.
Weitere Angaben aus den Quellen: Ludwig Gutmann stammte aus einer seit Generationen in der unterfränkischen Gemeinde Schwanfeld, Landkreis Schweinfurt, ansässigen Familie von Viehhändlern und Landwirten. Seit 1929 war er Mitinhaber des Familiengeschäfts, zu dem drei Wohnhäuser und 40 Ackergrundstücke gehörten, und arbeitete als Landwirt. Im Novemberpogrom 1938 wurde er in Schweinfurt inhaftiert und kam für vier Wochen in das KZ Dachau. Danach mussste er, seiner bürgerlichen Rechte beraubt, mit seiner Familie nach Würzburg ziehen, die zunächst am Stephansplatz 6 lebte. Wie die meisten männlichen Juden musste er wohl Zwangsarbeit in der Stadt leisten. Am 27. November 1941 wurde er mit seiner Ehefrau Therese Thekla, geb. Schwab, und dem neunjährigen Sohn Gert aus einem Würzburger "Judenhaus", der Friedenstraße 26, mit dem Ziel Riga-Jungfernhof deportiert. Anders als seine Frau Therese und sein Sohn, die beide am 26.03.1942 im Wald von Bikernieki erschossen wurden, gelang es ihm zu überleben. Nach dem Zusammenbruch der Ostfront konnte er Mitte 1944 aus einem Arbeitskommando der SS zu den russischen Truppen fliehen, wurde dort aber als "deutscher Spion" behandelt und zu Zuchthaus und Zwangsarbeit verurteilt. Erst 1956 konnte er zurückkehren. Er kam zunächst nach Würzburg, besuchte 1959 Israel und zog 1960 nach Schwanfeld. Ludwig Gutmann gehörte also zu den wenigen Fränkischen Landjuden, die in ihre Heimatgemeinden zurückkehrten und dort sogar dauerhaft blieben. Sein außergewöhnlicher Lebensweg erregte Aufsehen, als der bereits für tot erklärte Mann mit Justiz und Bürokratie um sein Eigentum kämpfen musste (Deutsche Wiedergutmachungspolitik). 1959 heiratete er in Schwanfeld seine zweite Frau Lisbeth Baumann, geb. Wolf(geb. 1914), die zwei Kinder mit in die Ehe brachte. Ludwig Gutmann starb als letzter in Schwanfeld geborener jüdischer Einwohner 1984 in seinem 82. Lebensjahr. Er wurde posthum als Namensgeber für den "Ludwig-Gutmann-Weg" am Jüdischen Verbandsfriedhof bei Schwanfeld geehrt.