Manfred Haas (1885)

Manfred Haas wurde am 03.01.1885 in Mühlhausen (Mittelfranken) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Mühlhausen (Mittelfranken), Würzburg, München, Leipzig, Ghetto Theresienstadt, KZ Auschwitz. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Haas Olga geb. van Wien, die Ehe wurde am 18.11.1918 in München geschlossen.

Er verstarb in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Arzt, Urologe; Dr.med. In einer Lehrerfamilie in der damals oberfränkischen Marktgemeinde Mühlhausen aufgewachsen. Nach dem Abitur hielt er sich ab 1904 in der Stadt Würzburg auf, wo er seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger leistete und an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg Medezin studierte; 1914 Approbation. Ab 1914 war er Kriegsteilnehmer als Militärarzt; Ende 1918 Stabsarzt, Auszeichnungen unter anderem Preussisches Eisernes Kreuzes 2. Klasse. Er ließ sich im November 1918 als Praktischer Arzt in der bayerischen Landeshaupstadt München nieder und heiratete Olga van Wien aus Würzburg, das jüngste Kind der Kaufmannsfamilie David van Wien. 1925 zog die junge Familie mit dem 1922 geborenen Sohn Hans Otto in die sächsische Großstadt Leipzig, wo Manfred Haas im Oktober eine Praxis eröffnete. 1928 holte er seine medizinische Dissertation nach. 1930 erlärte er seinen Austritt aus der Jüd. Religionsgemeinde. Ab 1933 von ersten beruflichen Ausgrenzungen betroffen, war er ab 1935 Mitglied im Kulturbund Deutscher Juden und trat im Juli 1938 wieder in die Israelitische Kultusgemeinde Leipzig ein. Fast gleichzeitig wurden die jüd. Ärzte gesetzlich zu "Krankenbehandlern" degradiert. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde der Arzt für drei Wochen ins KZ Sachsenhausen gebracht, zwischen Oktober und Dezember 1939 dann erneut inhaftiert. Das Ehepaar musste wohl ab 1939 unter beengten Verhältnissen leben. Vor ihrer Deportation ins Theresienstadt im September 1942 mussten beide, wie alle Deportierten, ihre letzten Ersparnisse für einen "Heimeinkaufsvertrag" abgeben. Ein Vertrag mit zynischem Charakter, wie bei ihrem Transport ins Vernichtungslager Auschwitz im Oktober 1944 deutlich wurde. [1016][1002][1003][1005][1023; Artikel Mühlhausen] Quellen: -Manfred Haas, Über eine praktisch wichtige Varietät am menschlichen Becken, 1928 (Dissertation - katalog.bibliothek.uni-wuerzburg.de) -Johann Fleischmann, Mesusa 6, Dr. Manfred Moses Haas, 2008 -Juden in Sachsen (Deutsch-Russisches Zentrum e.V.-juden-in-sachsen.de) -Kurzbiographien der jüdischen und aus dem Judentum stammenden Urologen(2011, Julia Bellmann; Museum und Archiv der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.-http://museum.dgu.de).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.