Meier Kahn (1886 - 1943)

Meier Kahn wurde am 12.05.1886 in Mittelsinn geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Mittelsinn, Fulda, Würzburg, Aschaffenburg, Ansbach, KZ Auschwitz. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Kahn Jette geb. Kahn (um 1860–?28.01.1932) und Kahn Samuel (01.04.1852–19.05.1929).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Kahn Lilly geb. Stern, die Ehe wurde am 29.11.1922 in Schlüchtern geschlossen.

Sein Kind war Kahn Robert Leo (27.08.1923–24.04.2001).

Er starb am 1943 in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Landgerichtsrat. In der Kaufmannsfamilie Samuel und Jette Kahn in der unterfränkischen Gemeinde Mittelsinn, Landkreis Main-Spesart, aufgewachsen. Volksschule in Mittelsinn, Gymnasium in der hessischen Stadt Fulda. Zwischen 1906 und 1912 Jurastudium und Militärdienst in Würzburg. 1915-1918 Kriegsteilnehmer am 1. Weltkrieg; Vizefeldwebel, Malaria-Erkrankung, Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 2. Klasse, Ehrenkreuz für Frontkämpfer, verliehen durch den Stadtrat von Aschaffenburg. [1046] Fortsetzung des Studiums in Würzburg und München; 1919 Staatsprüfung. Ab Januar 1920 3.Staatsanwalt am Landgericht Ansbach und am Landgericht Nürnberg-Fürth; ab 1925 Amtsrichter in Ansbach. Ab Mai 1929 war Meier Kahn Erster Staatsanwalt am Landgericht Aschaffenburg. Er hatte große Verdienste bei der Aufklärung von spektakulären Kunstdiebstählen in Aschaffenburg. Zeitweise Vorstandsmitglied der Loge Bne Briss in Aschaffenburg. Mitglied der Studentenverbindung Veda Würzburg (Liste jüdischer Studentenverbindungen), des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten, des Kulturbundes Deutscher Juden. Im NS-Regime wurde er trotz seiner hervorragenden Qualifikationen in das bedeutungslose Grundbuchamt abgeschoben und zum Jahresende 1935 gemäß dem rassistischen Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Staatsdienst entlassen. Danach unterstützte er viele jüdische Mitbürger kostenlos mit juristischem Rat. Seine eigenen Emigrationsbemühungen scheiterten; seinen jungen Sohn Robert konnte er mit einem Kindertransport nach England in Sicherheit bringen. Im April 1937 wurde er verhaftet, im Zusamenhang einer Aktion gegen die Loge. Als letzter Vorsitzender [1143] führte er die Israelitische Kultusgemeinde bis zu deren erzwungenem Ende. Im Januar (Oktober?) 1942 wurden Meier und Lilly Kahn nach Würzburg gebracht und mussten in das "Judenhaus" Bibrastraße 6 ziehen.[1016] Am 17. Juni 1943 wurden beide mit der letzten größeren Deportation von Würzburg ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. [1063] Quellen: -Reinhard Weber, Rechtsnacht - Jüdische Justizbedienstete in Bayern nach 1933, 20112, S.158 -Main-Echo, 15.11.2008 (main-netz.de).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.