Otto Kann (1872 - 1960)

Otto Kann wurde am 03.07.1872 in Komotau geboren und lebte in Komotau (Chomutov), Zwickau, Würzburg, KZ Buchenwald.

Seine Eltern waren Kann Josef (vor 1860) und Kann Julie geb. Bechert (um 1850).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Kann Margarete geb. Troll, die Ehe wurde am 1919 in Würzburg geschlossen.

Er starb am 1960 in Würzburg.

Weitere Angaben aus den Quellen: Kaufmann. In einer Kaufmannsfamilie in den Städten Komotau und Zwickau aufgewachsen, kam er als junger Mann 1893 nach Würzburg. Er arbeitete über 40 Jahre als Handelsvertreter für die Textilwarenfirma "S.M. Bär". 1895/96 und 1902 leistete er seinen Militärdienst. Erster Weltkrieg: Kriegsteilnehmer in der österreichischen Armee, im August 1914 eingerückt in die Festung Theresienstadt; Gefangenschaft in Rußland. Nach seiner Rückkehr 1920 erhielt er die Bayerische Staatsbürgerschaft; wieder aufgehoben vom NS-Regime. Der "allgemein beliebte" Otto Kann war bis 1933 Ehrenmitglied der kaufmännischen Gesellschaft "Manfredonia" Würzburg. Nach einer (erpresserischen) Denunziation wegen angeblicher Steuerhinterziehung im Januar 1936 erfuhr die Gestapo-Stelle Würzburg von der Beziehung des Witwers zu einer geschiedenen Untermieterin, die ebenfalls verfolgt wurde. Im Mai 1936 wurde er zu einem Jahr und neun Monaten Gefängnis wegen "Rassenschande" verurteilt, danach kam er in "Schutzhaft" (ab April 1939 im KZ Buchenwald. Otto Kann überlebte trotz seiner frühen, massiven Verfolgung den Holocaust und kehrte nach Würzburg zurück; wie andere Rückkehrer und Displaced Persons lebte er im wieder eröffneten Jüd. Altersheim in der Valentin-Becker-Straße. [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.