Oskar Moses, Oscar (Oskar Moses) Laredo (1878 - 1966)

Oskar Moses, Oscar (Oskar Moses) Laredo wurde am 26.12.1878 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, New York, Bundesstaat, KZ Dachau.

Seine Eltern waren Laredo Jeanette (Jenny) geb. Gutheim (16.04.1855–?nach 1950) und Laredo Josef (Joseph) (12.09.1845–29.01.1907).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Laredo Elsie (Else, Elise), Elise (Else) geb. Marcus (Markus), Markus, die Ehe wurde am 1906 in Würzburg geschlossen.

Seine Kinder waren Laredo Joseph A. geb. Josef Arnold (09.02.1909–01.04.1984), Laredo Gary geb. Hanns Günther, Hans Guenther (24.01.1921–24.07.1979) und Laredo Walter (24.06.1911–06.05.1998).

Er starb am 08.12.1966 in New York, Bundesstaat.

Weitere Angaben aus den Quellen: Kunsthändler. Oscar (Oskar) Laredo wuchs in der Stadt Würzburg als ältestes von vier Kindern der Familie Josef und Jeanette Laredo auf. Er besuchte hier das Neue Gymnasium und das Realgymnasiumbis zum Abschluss Mittlere Reife. Ausbildung im elterlichen Kunstgewerbehaus "Josef Laredo", dann in Berlin, London, Paris. 1901 eröffnete er ein kunstgewerbliches "Spezialgeschäft" im unterfränkischen Kurort Bad Kissingen. Der Enkel eines sephardischen Rabbiners beschäftigte sich ab dieser Zeit auch intensiv mit den Religionswissenschaften. 1907, nach dem Tod des Vaters, Übernahme der Familienfirma in Würzburg, zunächst mit der Mutter als Teilhaberin. 1912 Ernennung zum königlich-bayerischen Hoflieferanten. Erster Weltkrieg: Ab Kriegsbeginn 1914 Mitglied in der Sanitätskolonne und Freiwillige Feuerwehr Würzburg. 1916 bis 1918 Kriegsteilnehmer an der West- und Ostfront; "Offiziersanwärter", EK II (Eisernes Kreuz) und andere Auszeichnungen. 1919 Angehöriger der konterrevolutionären Einwohnerwehr Würzburg. Oskar Laredo profilierte seine Firma zur regional führenden Kunsthandlung; gleichzeitig zu einem Zentrum des Kunstlebens in Würzburg (Sonderabteilung "Neues Graphisches Kabinett" mit Ausstellungen und Vorträgen, besonders zur zeitgenössischen Malerei und Graphik). 1929 Bau seines damals aufsehenerregenden und umstrittenen Wohnhauses im Bauhausstil(erster Flachdachbau in Würzburg) in der Keesburgstraße 29. Laredo war zeitweise 1. Vorsitzender des "Centralverbandes Deutscher Luxus- und Lederwarengeschäfte"; Ortsvositzender der Fachhändler der Beleuchtungsbranchen und der deutschen "Künstlergilde", lange Zeit Vorstandsmitglied im Würzburger Einzelhandelsverband. Mitglied in der Frankenloge Bne Briss, Geselligkeitsverein "Gesellschaft Casino". Ab der Weltwirtschaftskrise 1929 wirtschaftliche Schwierigkeiten der Firma (20 Angestellte und Mitarbeiter); ab 1933 wachsende Bedrängnis durch das NS-Regime. 1933 wurde Oskar Laredo der Unterstützung seiner politich links engagierten Schwester Herta Kronheim verdächtigt. Im Januar 1935 wegen der Reduzierung des Personals und einer zu geringen "Spende" an das NS-NS-Winterhilfswerk festgenommen; nach einer Haussuchung wurde eine "Spende" von 500 Reichsmark erzwungen . Im Februar 1935 Beschlagnahme von Ausstellungsbildern "der Juden Liebermann und Einstein" aus seinem Schaufenster. Im Juli 1935 verfolgungsbedingter Verkauf des Familiengeschäfts. Im Februar 1936 wegen "Verbreitung von Greuelnachrichten" (angebliche Code-Briefe an seine emigrierten Söhne) erneut festgenommen; Untersuchungshaft in Würzburg, ab 23.März 1936 "Schutzhaft" im KZ Dachau; am 19.April 1937 entlassen. Er emigrierte wenige Tage später von Hamburg nach New York; Überfahrt auf dem Schiff "Hamburg". Oscar Laredo lebte lange Zeit in New York; er verstarb 1966 im Alter von fast 90 Jahren anscheinend in der Kleinstadt wikien(Chenango, New York). [1016] Quellen: -ancestry.com (New York, Passenger Lists, 1820-1957) -jewishgen.org (JewishGen volunteers, comp. Germany, Dachau Concentration Camp Records, 1945).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.