Martha Ella Lebermann wurde am 15.08.1908 in Fürth geboren und lebte in Fürth, Würzburg, Nürnberg, Italien, England, Southampton.
Weitere Angaben aus den Quellen: Ärztin; Dr. med. Sie wuchs in der Familie eines Mathematiklehrers in den mittelfränkischen Nachbarstädten Fürth und Nürnberg auf. Nach ihrem Abitur studierte sie zwischen 1927 und 1932 an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, daneben in München und Heidelberg; 1932/33 Staatsexamen und Promotion in Würzburg. Kurze Zeit Mitglied der Freien Sozialistischen Studentengruppe an der Universität Würzburg, ab 1931 des kommunistischen Kampfbund gegen den Faschismus. Rückkehr zu den Eltern in Nürnberg. Im NS-Regime wurde Dr. Martha Lebermann wegen ihrer politischen Einstellung früh verfolgt. Ihre erste Stelle am Städtischen Krankenhaus Nürnberg musste sie schon 1933 aufgeben, zeitgleich mit der Entlassung ihres Vaters aus dem Schuldienst, der daraufhin sich das Leben nahm. Emigration über Italien, durch den Passantzug erschwert; nach einigen Jahren weiter nach England. Sie hatte große Schwierigkeiten, beruflich wieder Fuß zu fassen; Übergangsarbeiten, Wiederholung ihres Examens. Während eines Hitler-Besuchs in Italien wurde sie inhaftiert. Im September 1938 erfolgte ihre Ausbürgerung durch das NS-Regime, im November 1938 ihre Depromotion (2011 von der Universität Würzburg aufgehoben). 1947 erhielt sie die britische Staatsangehörigkeit. Nach Jahren als Kriegsärztin in Birmingham und London arbeitete sie später als Allgemein- und Kinderärztin in Southampton und Birmingham bis zu ihrem Ruhestand 1974. Im hohen Alter gab sie mit ihrer Schwester Inge Oppel ein ausführliches Interview als Zeitzeugin für das Haus der Bayerischen Geschichte. [1016] Quelle: -Martha Lebermann, Über einen Fall von Dystrophia epithelialis Corneae, Disertation Universität Würzburg 1933 (katalog.bibliothek.uni-wuerzburg.de) -E. Seidler, Jüdische Kinderärzte 1933-1945, Entrechtet - Geflohen - Ermordet (Jewish Pediatricians - Victims of Persecution 1933-1945), 2007, 373 -Universität Würzburg (Hg.), Die geraubte Würde: Die Aberkennung des Doktorgrads an der Universität Würzburg 1933-1945, 2011, 178.