Siegfried Ramsfelder wurde am 29.11.1904 in Obbach (Euerbach) geboren und lebte in Obbach, Würzburg, Riga-Jungfernhof, KZ Stutthof, San Francisco.
Seine Eltern waren Ramsfelder Lehmann (29.05.1864–05.09.1918) und Ramsfelder Philippine geb. Grünbaum (31.12.1865–01.08.1937).
Er starb am 14.04.1964 in San Francisco.
Weitere Angaben aus den Quellen: Siegfried Ramsfelder wuchs in der kinderreichen Familie des Metzgers und Landwirts Lehmann Ramsfelder und seiner Frau link(Philippine (Grünbaum)#28414) in Obbach im Kreis Schweinfurt auf. Um 1918 besuchte er eine weiterführende Schule in Würzburg. Nach seiner Berufsausbildung arbeitete er als Kaufmännischer Angestellter wahrscheinlich in Frankfurt am Main und ab 1930/31 in Würzburg, wo inzwischen auch sein Bruder Ludwig und seine Schwester Flora Schloß lebten. Ab etwa 1931 arbeitete er dann im landwirtschaftlichen Betrieb der Eltern in Obbach mit. NS-Zeit: Siegfried hielt sich beim Novemberpogrom 1938 auswärts (bei einem Onkel in Würzburg) auf und konnte so den schweren Ausschreitungen in Obbach [1023] und der Verhaftungswelle entgehen. Er konnte nach einigen Tagen in seinen Heimatort zurückgehen, den er aber unter dem Verfolgungsdruck dann doch verließ. Ende Januar 1939 zog er nach Würzburg. Ab Juli 1939 machte er eine Kochlehre bei Max Fechenbach, um seine Emigration vorzubereiten. Ab November 1940 musste er Zwangsarbeit beim Städtischen Tiefbauamt Würzburg leisten. Der unverheiratete Mann wurde am 27. November 1941 nach Riga-Jungfernhof deportiert;[1057] später ins KZ Stutthof verschleppt. Siegfried Ramsfelder kehrte als einer von wenigen Überlebenden der Deportationen nach Würzburg zurück und baute die neue "Jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken" mit auf. Er gehörte längere Zeit zu ihrem Führungsgremium. Zwischen 1956 und 1958 führte er, als Nachfolger von David Rosenbaum, die Kultusgemeinde. [1016] Er starb 1964 während einer Reise in San Francisco, dem Wohnort seiner Schwester Flora, die mit ihrem Mann Bruno und ihrem Sohn Lothar (Leo) im Dezember 1938 dorthin emigriert war. Auch Siegfrieds Bruder Ludwig (* 1893 Obbach) war Ende November 1938 die Ausreise nach Montevideo gelungen. Quellen: -Das Verfolgungsschicksal von Siegfried Ramsfelder und seine Behandlung durch die Behörden im Nachkriegsdeutschland wurden von dem TV-Journalisten Peter von Zahn in einer Filmdokumentation aufgegriffen ("Die enthemmte Bürokratie", 1981). [1023] -ancestry.com (California Death Index: Birth Date 29 Nov 1904, Death Date 14 Apr 1964) -Zuschrift Elisabeth Böhrer, 13.08.19.