Isidor Leopold Reis (1884 - 1941)

Isidor Leopold Reis wurde am 14.12.1884 in Eubigheim (Ahorn) geboren und lebte in Eubigheim, Lahr, Würzburg, Essen, New York.

Seine Eltern waren Reiß Joseph Bernhard (30.01.1870–12.05.1943) und Reiß Jettchen geb. Buxbaum.

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Reis Thekla geb. Buxbaum, die Ehe wurde am 1916 in Würzburg geschlossen.

Sein Kind war Reis Walter J. (Joseph) (05.08.1918–24.07.2005).

Er starb am 04.11.1941 in New York.

Weitere Angaben aus den Quellen: Kaufmann. Isidor Reis wuchs in der kinderreichen Kaufmannsfamilie Bernhard und Jettchen Reis in der Gemeinde Eubigheim im nördlichen Baden-Württemberg auf. Nach vier Klassen Volksschule wurde er vier Jahre in einer Privatschule beim evangelischen Pfarrer in Eubigheim unterrichtet. Es folgte eine Eisenhandelslehre in der Stadt Lahr und die Mitarbeit im elterlichen Eisenwarengeschäft in Eubigheim. 1904/05 leistete er seinen Militärdienst in Würzburg. Er arbeitete hier bis etwa 1910 in der Eisen- und Maschinenhandelsfirma seiner Verwandten Buxbaum, später in der branchenverwandten Firma "Hesk" (Herzfelder). I. Weltkrieg: 1914-1918 Kriegsteilnehmer als Infanterist im bayerischen Heer an der Westfront; Eisernes Kreuz II und andere Auszeichnungen. Isidor Reis gründete nach dem Krieg die Werkzeug-, Maschinen- u. Eisenwarenfirma "Reis & Co." in der Grombühlstraße 11, die besonders im Versandgeschäft Bedeutung gewann (1936 mit 39 Arbeitern und Angestellten, davon zehn jüd.). NS-Regime: Mitglied Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, Jüd. Turn- und Sportverein (ITUS) Würzburg, Jüdischer Kulturbund, Gesellschaft Casino (Casinogesellschaft). Ende Dezember 1936 von der Gestapo-Stelle Würzburg verhaftet, nachdem ein Mitarbeiter die "getarnten" Lieferungen an Wehrmacht, Parteistellen und andere denunziert hatte. Nach einer Woche wegen eines schweren Herzleiden entlassen unter der Auflage der Firmenschließung und Auswanderung. März 1937 "Arisierung" seines Unternehmens; er zog mit der Familie nach Essen, wohl zum Bruder Hermann Reis; von dort mit seiner Frau Thekla im Februar/März 1938 nach New York emigriert, Überfahrt von Hamburg auf dem Schiff "Hansa" . Isidor Reis führte in New York einen Bäckerladen. Er starb bereits 1941 nach einem Herzinfarkt, mitbedingt durch die schwere Arbeit und das ungewohnte Klima. [1016] Quellen: -ancestry.com (New York, Passenger Lists; Bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Kriegsstammrollen).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.