Karl Samuel Rosenthal (1879 - 1970)

Karl Samuel Rosenthal wurde am 07.07.1879 in Nuernberg geboren und lebte in Nürnberg, Würzburg, Schweiz, Chicago, New York, Washington, D.C..

Seine Eltern waren Rosenthal Babette geb. Freudenthal (12.04.1845–23.02.1908) und Rosenthal Heinrich (31.12.1848–31.07.1927).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Rosenthal Claire (Kläre) geb. Buschhoff, die Ehe wurde am 12.03.1910 in Worms geschlossen.

Seine Kinder waren Rosenthal Fritz (04.07.1911–27.01.1994), Kirchheimer Anne R. (Anni), Anni geb. Rosenthal (11.02.1915–28,02,2008) und Rosenthal Paul (16.07.1916).

Er starb am 21.01.1970 in Washington.

Weitere Angaben aus den Quellen: Rechtsanwalt; Dr. jur. Karl Rosenthal wuchs in der Kaufmannsfamilie Heinrich und Babette Rosenthal in Nürnberg auf. Er besuchte dort die Volksschule und ein Humanistisches Gymnasium. 1898/99 Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger in Erlangen. Studium in Erlangen, Würzburg, Berlin und München; 1903 Promotion Würzburg. 1902-1905 Vorbereitungsdienst in Würzburg. 1906 Zulassung als Anwalt; trat in die Kanzlei des Onkels Ignaz Freudenthal ein. I. Weltkrieg: 1914-1918 Kriegsteilnehmer; Oberleutnant, Eisernes Kreuz II und andere. Auszeichnungen. 1919 Angehöriger der Einwohnerwehr Würzburg. Wiederaufnahme der Anwaltstätigkeit. Ehrentitel: In den 1920er Jahren Ernennung zum Justizrat. Ehrenamt: Mitglied Liberale Vereinigung; nach dem Krieg Mitglied Deutsche Demokratische Partei, leitete deren Presseausschuß (um 1919). Mitglied Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (um 1924), Ortsgruppe Deutsche Friedensgesellschaft (um 1927). Führender Freimaurer; 1906, durch den Onkel eingeführt, bis 1933 (freiwillig ausgetreten) Mitglied Logenvereinigung "Zu den zwei Säulen" Würzburg. Mitglied in anderen Logen; einige Jahre Meister vom Stuhl in Würzburg, Großmeister Großloge "Zur Sonne" in Bayreuth; Mitglied Verein deutscher Freimaurer, Leipzig; 1915 Mitbegründer der Feldloge "Zum Eisernen Kreuz" in Lüttich/Belgien. Karl Rosenthal bestimmte als Mitgründer, anfänglich als Leiter der Ortsgruppe Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, später als Ortsvorsitzender im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens maßgeblich den jüd. Abwehrkampf gegen Angriffe rechter Parteien, der völkischen Bewegung und der Nazis. Innerhalb der Jüd. Gemeinde Würzburg war er ein führender Vertreter des religiös-liberalen Flügels, den er ab 1918 meist führte (Wahl-Verein für das Liberale Judentum); Delegierter im bayerschen Dach-Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Ab 1931 war er in der Verwaltung der IKG Würzburg(Israelitische Kultusgemeinde) vertreten. NS-Regime: Mitte Oktober 1935, trotz seiner vorsichtigen Taktik, als Verteidiger im aufsehenerregenden Fall Leopold Obermayer festgenommen (andere Gründe wie "Greuelpropaganda", angebliche Unterstützung einer Abtreibung vorgeschoben; Gefängnis Würzburg, keine Einweisung in das KZ Dachau, "damit kein Verdacht des Zusammenhangs mit der anwaltschaftlichen Vertretung des Obermayer entstehe"). Anfang Januar 1936 entlassen, unter der Verwarnung , sich nicht weiter mit dem Fall zu beschäftigen. Karl Rosenthal, als prominenter Jurist tief im gesellschaftlichen Leben der Stadt verwurzelt, zögerte dennoch die Emigration hinaus. Im Novemberpogrom 1938 wurde er erneut festgenommen; er kam nach einer Woche aus dem KZ Buchenwald frei, nach dem Suizid seiner Frau Claire. Schließung der Kanzlei, erzwungener Verkauf des Hauses (Rotkreuzsteige 10), tägliche Meldepflicht bei der Gestapo. Er emigrierte im Juli 1939 zu Verwandten in die Schweiz, nach Erhalt des US-Visums im Oktober 1939 weiter zu den Kindern nach Chicago. Umstellungs-, Sprachschwierigkeiten (Schwerhörigkeit). 1940-1948 untergeordnete manuelle Tätigkeit in einem Warenhaus und einer Kleiderfabrik. 1945 US-Bürger. 1949 Rückkehr nach Würzburg; bestritt für zahlreiche jüd. Mandanten aus Würzburg Rückerstattungsverfahren (Rückerstattungsgericht). 1953-1965 weitere einschlägige Beratungstätigkeit in New York. Er lebte dann bei seinen Kindern, ab Ende 1969 in einem Altersheim in Washington. Karl Samuel Rosenthal wurde neben seiner Frau Claire im Jüd. Friedhof Würzburg beigesetzt. [1016] Quelle: -Karl Rosenthal, Die Sachlegitimation, 1903 (Dissertation, zugleich Preisarbeit Universität Würzburg - katalog.bibliothek.uni-wuerzburg.de; Entzug des Doktoritels, 2011 von der Uni Würzburg rehabilitiert).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.