Camill (Camille, Camillo) Sachs (1880 - 1959)

Camill (Camille, Camillo) Sachs wurde am 17.05.1880 in Würzburg geboren und lebte in Nürnberg, Würzburg, Pirmasens, Aschaffenburg, München.

Seine Eltern waren Sachs Luise (Louise) geb. Offenbacher (14.02.1856–05.11.1942) und Sachs Salomon (08.04.1846–30.04.1923).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Sachs Annette geb. Brandenburg, die Ehe wurde am 1908 geschlossen.

Er starb am 04.08.1959 in Nuernberg.

Weitere Angaben aus den Quellen: Jurist. Camille Sachs wuchs mit drei jüngeren Geschwistern in der Kaufmannsfamilie Salomon und Louise Sachs in Würzburg auf. Er besuchte das Neue Gymnasium und studierte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg [1016] sowie an den Universitäten Berlin und München. Nach seiner juristischen Staatsprüfung 1906 war er als Amtsanwalt in Pirmasens (1907) und III.Staatsanwalt in Aschaffenburg (1910), schließlich, ab 1914 als Amtsrichter und Staatsanwalt in Nürnberg tätig; 1922 Ernennung zum Landgerichtsrat. NS-Regime: Der seit langem der evangelischen Konfession angehörende Camill Sachs wurde trotz seine Eigenschaft als "Altbeamter" und Frontkämpfer (Frontkämpferprivileg) bereits im September 1933 aus dem Staatsdienst entlassen, begründet mit seiner Mitgliedschaft in der SPD und seiner Lehrtätigkeit an der Volkshochschule Nürnberg. Er musste seine Familie mit Hilfsarbeiten ernähren. Im Novemberpogrom 1938 wurde er in seiner Wohnung überfallen und verletzt. Seine bei ihm lebende verwitwete Mutter wurde von Nürnberg nach Theresienstadt deportiert. Camill Sachs überlebte die NS-Zeit unter dem Schutz der "Mischehe" mit einer Nichtjüdin ("Privilegierte Juden"). Nach 1945 spielte er eine wesentliche Rolle beim Wiederaufbau der Nürnberger und bayerischen Justiz; Landgerichtspräsident Nürnberg(1945), Staatssekretär im Bayerischen Sonderministerium für politische Befreiung (1947-1950); Ende 1951 Ruhestand als Ministerialdirektor. Ehrenamt: Für die SPD nach dem Krieg Mitglied im Stadtrat Nürnberg; Vorsitzender der Spruchkammer Nürnberg. Vater des durch seine Fernsehauftritte bekannten Staatsanwalts Hans Sachs. Quelle: -Reinhard Weber, Rechtsnacht - Jüdische Justizbedienstete in Bayern nach 1933, 2012, 174-175.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.