Michael Siegel (1882 - 1979)

Michael Siegel wurde am 14.09.1882 in Arnstein (Unterfranken) geboren und lebte in Arnstein, Schweinfurt, München, Lima, Peru.

Seine Eltern waren Siegel Bertha geb. Lüneburger (12.12.1858–10.02.1938).

Er starb am 15.03.1979 in Lima.

Weitere Angaben aus den Quellen: Dr. jur. Michael Siegel wuchs als ältestes von sieben Kindern in der Familie des Pferdehändlers und Landwirts Salomon Siegel und seiner Frau Bertha in der Kleinstadt Arnstein, Kreis Main-Spessart, auf. Er besuchte das Gymnasium in Schweinfurt und studierte an den Universitäten München, Berlin und Würzburg; 1907 Promotion Würzburg. 1909 Zulassung als Rechtsanwalt in München. Mit seinem Vetter Julius Siegel trat er dort in eine von zwei Onkeln gegründete, führende Kanzlei ein. Er war in der Münchner liberalen Jüd. Gemeinde und im Alpenverein aktiv. Ehemann von Mathilde Waldner (1920) und Vater von Hans-Peter und Maria Beate. NS-Zeit: Dr. Michael Siegel wurde bereits im März 1933 massiv verfolgt. Mit einem großen Spottschild ("Ich werde mich nie mehr bei der Polizei beschweren"!) wurde er von SA-Leuten durch die Stadt getrieben; das Foto der Aktion erregte international Aufsehen. Im November 1938 wurde ihm vom Regime die Zulassung als Rechtsanwalt enzogen. Seine Kinder konnten nach England emigrieren. Michael und Mathilde Siegel konnten im August 1940 über Russland, Korea und Japan nach Peru emigrieren, wo sich schon Michaels Bruder Nimar Siegel aufhielt. Dr. Siegel verstarb 1979 mit 96 Jahren in der Hauptstadt Lima. Ehrung: 1971 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepubkik Deutschland ausgezeichnet. Quelle: -Reinhard Weber, Das Schicksal der jüdischen Rechtsanwälte in Bayern nach 1933, 2006, 259.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.