Morris (Moritz) Siegel (1884 - 1972)

Morris (Moritz) Siegel wurde am 17.05.1884 in Arnstein (Unterfranken) geboren und lebte in Arnstein, Schweinfurt, Metz, Würzburg, KZ Buchenwald, USA, New York.

Seine Eltern waren Siegel Klementine geb. Lüneburger (05.04.1857–23.12.1908).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Siegel Ida geb. Bissinger, die Ehe wurde am 1921 in Mosbach geschlossen.

Seine Kinder waren Herz Trude geb. Siegel (31.03.1923–11.08.2010) und Schwarz Grete geb. Siegel (31.03.1923–09.12.2005).

Er starb am 17.07.1972 in New York.

Weitere Angaben aus den Quellen: Morris (Moritz) Siegel wuchs in der Familie des Pferdehändlers Seligmann Sichel und dessen Frau Klementine in der Kleinstadt Arnstein, Kreis Main-Spessart, auf. Er besuchte dort die Volksschule, dann vier Klassen am Gymnasiums in Schweinfurt und ein Jahr an einer Handelsschule in Brüssel. Von 1904 bis 1906 leistete er seinen Militärdienst in Metz, Lothringen. Er arbeitete dann bis zum Kriegsausbruch im elterlichen Pferdegeschäft in Arnstein. I. Weltkrieg: 1914-1918 Kriegsteilnehmer an der Westfront und in Rumänien; Sergeant, ausgezeichnet. Nach dem Krieg führte er mit seinem Cousin Sigmund Sichel die 1915 nach Würzburg verlegte Familienfirma "Gebrüder Siegel" (im Wohn- und Geschäftshaus Am Exerzierplatz 2) weiter. 1928 schied er als Teilhaber aus und arbeitete dann als Versicherungsagent, -makler; Bezirksdirektor für eine Versicherungsgesellschaft, dann Agentur für verschiedene Konzerne. Moritz Sichel engagierte sich in der Jüd. Gemeinde. NS-Zeit: Im Novemberpogrom 1938 festgenommen; am 6.Dezember aus dem KZ Buchenwald entlassen unter der Bedingung der Emigration. Die Familie musste (zeitweise) die im Pogrom verwüstete Wohnung räumen und in eine "Judenwohnung" ("Judenhaus") ziehen; im Mai 1939 weder in der alten Wohnung registriert. [1078] Moritz emigrierte im Juli 1939 über Zwischenziele in die USA. Seine Frau Ida und die Töchter Grete und Trude folgten im März 1940 nach. [1016] Morris Siegel verstarb 1972 mit 88 Jahren in New York.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.