Jakob Stoll wurde am 21.01.1876 in Maßbach geboren und lebte in Maßbach, Burgpreppach, Höchberg, Würzburg, Fürth, Nürnberg, KZ Buchenwald, New York.
Seine Eltern waren Stoll Fanni geb. Meier (um 1845) und Stoll Maier (um 1840).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Stoll Gitta geb. Lehmann, die Ehe wurde am 1907 in Würzburg geschlossen.
Er starb am 29.11.1962 in New York.
Weitere Angaben aus den Quellen: Jakob Stoll wuchs in der Händlerfamilie Maier und link(Fanni Stoll (Meier)#31422) in Maßbach, Kreis Bad Kissingen, auf. Er besuchte hier die Volksschule und machte dann seine Lehrerausbildung an der Isr. Präparandenschule Burgpreppach und der Isr. Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg (Examen 1895). Er unterrichtete an jüd. Volks- und Höheren Töchterschulen in Fürth und Nürnberg. 1905 wurde er unter zahlreichen Bewerbern zum Seminaroberlehrer (leitender Lehrer mit Verwaltungsaufgaben) der ILBA berufen, deren Entwicklung wesentlich durch ihn geprägt wurde. 1908-1911 Gasthörer an der Universität Würzburg; 1911 akademische Prüfung für Seminarlehrer in München. Nach dem Tod von Rabbiner Nathan Bamberger (1919) hatte er die volle Verantwortung, das Kuratorium unter Rabbiner S. Hanover wirkte nur noch beratend. 1919 Ernennung zum Seminardirektor. Jakob Stoll bemühte sich in seinem Unterricht und in der gesamten Seminararbeit modernes wissenschaftliches Denken mit der jüd.-orthodoxen Tradition der ILBA zu verbinden, so auch durch die Verpflichtung von hochqualifizierten Seminarrabbinern wie (J. Neubauer, S.R. Weiß. Er förderte die Aufwertung zu einer vollen Lehrerbildungsanstalt (1930/31 Anschluß der Isr. Präparandenschule Höchberg, gleichzeitig Schulneubau in der Sandbergstraße 1; Studiendirektor. Ehrenamt: Mitglied Deutsche Demokratische Partei, Frankenloge (Bne Briss),Jüd. Kulturbund Würzburg. NS-Zeit: Jakob Stoll erkannte die Notwendigkeit, das jüd. Unterrichtswesen auszuweiten. Verkürzte "Übergangskurse" sollten den Andrang von jüd. Absolventen höherer Schulen und Studenten bewältigen. Ab 1934 war das Seminar ein Zentrum für überregionale Lehrer- und Schulleiterkonferenzen; zahlreiche jüd. Gemeindevorsteher informierten sich über Möglichkeiten, den jüd. Schulbetrieb fortzusetzen. Die Arbeit der ILBA - zuletzt die einzige in Deutschland - hatte, vermittelt über die zahlreichen Absolventen, beträchtlichen Einfluß auf das jüd. Bildungswesen in den Emigrationsländern. Nach der Schließung der ILBA im Novemberpogrom 1938 wurde Stoll in "Schutzhaft" genommen (zuvor zwang man ihn, der Verbrennung von Schriften der Einrichtung zuzusehen); am 19.November wurde er aus dem KZ Buchenwald entlassen. Er emigrierte im August 1939 mit seiner Frau Gitta nach New York.; Überfahrt von Rotterdam auf dem Schiff Nieuw-Amsterdam. I Februar 1940 beantragte Jakob Stoll die Staatsbürgerschaft der USA. [1019] Der ab 1951 verwitwete, kinderlose Mann war bis zu seinem Ruhestand 1956 religiöser Leiter der deutsch-jüd. Flüchtlingsgemeinde Ohav Sholaum New York. Mitgründer Vereinigung der Freunde Würzburg und Umgebung (?). Jakob Stoll verstarb Ende 1962 mit 86 Jahren in New York. Posthum geehrt wurde er durch die Namensgebung für die Jakob-Stoll-Realschule in Würzburg (1974; ehemalige ILBA). [1016].