Jakob Strauss (1891 - 1955)

Jakob Strauss wurde am 01.12.1891 in Würzburg geboren und lebte in Würzburg, Berlin, Wien, Paris, Puerto Rico, Dominikanische Republik, USA.

Seine Eltern waren Strauss Bertha geb. Mai (23.01.1859–04.07.1949) und Strauß Wolf (19.11.1840–23.01.1912).

Er starb am um 1955 in USA.

Weitere Angaben aus den Quellen: Jakob ("Jankel") Strauss (Strauß) wuchs in der Metzgerfamilie Wolf und link(Bertha Strauß (Mai)#31523) in Würzburg auf. Nach der Volksschule machte er eine Metzgerlehre beim Vater; Mitarbeit im elterlichen Betrieb (bis 1920?); Meisterprüfung. 1910 war er kurze Zeit Inhaber eines fotografischen Ateliers. Er übernahm 1920, zunächst mit einem nichtjüd. Teilhaber, das wuerzburgwikide(Central-Café) in der Eichhornstraße 21 ("C.C." mit Hotel, einer Kleinkunstbühne und Sälen). Das attraktive Varieteprogramm der bald regional führenden Unterhaltungsstätten zog Besucher aller Schichten und Richtungen an, unter denen es vor 1933 wiederholt zu politischen Streitigkeiten kam. 1930 Umbau, Erweiterung, besonders um Bühnen, die Operetten- u. Theatergastspiele ermöglichten. Jakob Strauß füllte damit, wie allgemein anerkannt wurde, eine Lücke, die durch die Einsparung des Musikbetriebs am Stadttheater entstanden war. Nach dessen Wiederaufnahme im Herbst 1931 Entzug der Lizenz für Operettenaufführungen, was in der Lokalpresse kritisiert wurde. Strauß wurde auch durch Wohltätigsveranstaltungen mit hohen Erlösen bekannt; er bewirtete alljährlich einige Hundert bedürftige Kinder. Ehrenamt: Präsident des Deutschen Theaterdirektorenverbandes; später zum Ehrenpräsidenten ernannt. Mitglied Deutsche Demokratische Partei dann der Deutschen Staatspartei. Vermögend und lebenslustig, war er den Angriffen der örtlichen Nazis besonders ausgesetzt. NS-Zeit: Er flüchtete schon am 13.März 1933 vor der geplanten "Schutzhaft" aus Würzburg - während SA-Männer in sein Lokal eindrangen. Strauß schlug sich nach Norddeutschland durch, ließ sich dann nach einigen Monaten und mehrmaligem Ortswechsel in Berlin nieder. Um 1935 "Verkauf" des C.C. an einen "alten Kämpfer". Jakob Strauß emigrierte im Oktober 1936 nach Wien und gründete dort ein neues Lokal. Nach dem "Anschluss Österreichs" 1938 folgte erneut eine abenteuerliche Flucht nach Paris, dann über Puerto Rico und Santo Domingo in die USA (Januar 1940). Jacob Strauss lebte hier als Geschäftsmann in New Jersey (East Orange); US-Bürger. Um 1950 plante er den Wiederaufbau des zerstörten C.C. [1016]; 1954 Verkauf seines Grundstücks. Jakob Strauß verstarb um 1955 in den USA.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.