Bertha Süß-Schülein (1869 - 1942)

Bertha Süß-Schülein wurde am 07.04.1869 in Thalmaessing geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Thalmässing, Nürnberg, München, Frankfurt am Main, Würzburg, Heil- und Pflegeanstalt Sayn, Sobibor. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie starb am 1942 in Sobibor.

Weitere Angaben aus den Quellen: Bertha Süß-Schülein (Berta Süss-Schülein) stammte aus der mittelfränkischen Marktgemeinde Thalmässing. Die ledige, berufs- und mittellose Frau hatte früh unter der Verfolgung durch das NS-Regime zu leiden. Sie wurde nach 1933 aus ihrem Heimatort vertrieben ("zu ihrer Sicherheit") und wurde als Fürsorgeempfängerin von Ort zu Ort weitergeschoben (Nürnberg, München Frankfurt am Main ("belastete die Gemeinde mit Fürsorgekosten"}. Im Februar 1938 wurde sie nach Thalmässing zurückgebracht, dann nach dem Novemberpogrom auf Veranlassung des Bürgermeisters und Kreisleiters der NSDAP in das Jüd. Altersheim (später das "Judenhaus" Bibrastraße 6 nach Würzburg geschafft. Ihre Wohnungseinrichtung wurde verbrannt, um die Rückkehr zu verhindern. Die Gestapo-Stelle Würzburg verweigerte wegen der Unterstützungsfrage die Aufnahme in lokale jüd. Heime; für das zuständige Landesheim der Isr. Kranken- und Pfründnerhausstiftung kam sie wegen ihrer Rüstigkeit nicht in Betracht. Die beabsichtige Abschiebung in den Bereich der Gestapo Nürnberg-Fürth scheiterte am Zuzugsverbot für Juden. Von jüd. Stellen wurde schließlich im Oktober 1939 empfohlen, sie in die aufnahmebereite Jüd. Nervenheilstätte Sayn bei Koblenz zu bringen. Nach weiteren ergebnislosen Kompetenzstreitigkeiten wurde der Vorschlag (begründet nur durch ein Entmündigungsverfahren gegen ihren verstorbenen Bruder Hermann Süß (?)) aufgegriffen. Im März 1941 wurde Bertha Süß-Schülein gegen ihren heftigen Widerstand (die Jüd. Gemeinde bat um einen Befehl der Gestapo) nach Sayn eingewiesen. Sie wurde am 15.Juni 1942 mit 270 Mitpatienten (?) der Anstalt Bendorf-Sayn über Koblenz und weitere Stationen deportiert [1064] und bald darauf im Vernichtungslager Sobibor ermordet. [1003].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.