Ludwig Veilchenblau (1892 - 1945)

Ludwig Veilchenblau wurde am 16.03.1892 in Arnstein (Unterfranken) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Arnstein, Würzburg, Schweinfurt, Zuchthaus Kaisheim, Festung Hohenasperg, Ludwigsburg, Lager Welzheim, unbekannt (Holocaust). Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er starb am ?1945 in unbekannt (Holocaust).

Weitere Angaben aus den Quellen: Dr. Ludwig Veilchenblau wurde 1892 in der Familie Gustav (Gerson) und link(Bertha Veilchenblau (Heinemann)#42910) in Arnstein geboren. Er wuchs mit seinen Geschwistern Martha (1893-1942) und Sally (*1895) im "Veilchenblau-Haus" in der Markstraße 57 auf. Ludwig studierte von 1911 bis 1914 Medizin an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Wie sein Bruder Sally war er Soldat im Ersten Weltkrieg. Er erhielt als Feldhilfsarzt an der Westfront 1918 das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Im gleichen Jahr schloss er sein Studium mit der Promotion ab. Er war Mitglied in der jüd. Studentenverbindung Salia. Dr. Veilchenblau trat in der Folgezeit mit Veröffentlichungen in medizinischen Fachzeitschriften hervor und verfasste unter dem Pseudonym "Violet" Lyrik ("Wolkensonne"). Dr. Ludwig Veilchenblau führte ab 1919 eine Praxis in seinem Arnsteiner Elternhaus. Er war ein sehr beliebter Arzt in der Stadt, der ärmeren Patienten bei der Beschaffung von Medikamen half. NS-Zeit: Er wurde massivst verfolgt. 1937 wurde er zunächst unter dem Vorwurf der Abtreibung und Körperverletzung zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, die dann nach der Entdeckung einer Liebesbeziehung zu einer Nachbarin um fünf Jahre Zuchthaus wegen "Rassenschande" erhöht wurde. Im September 1938 folgte wegen angeblicher fortgesetzter Steuerhinterziehung eine hohe Geldstrafe. Nach Inhaftierungen im Gefängnis Würzburg und in den Zuchthäusern Kaisheim, Ludwigsburg und Hohenasperg folgte 1943 die Deportation ins KZ Welzheim. Nach Berichten von Zeitzeugen wurde Dr. Veilchenblau bei einem Evakuierungsmarsch nach Dachau mit der ganzen Häftlingskolonne von SS-Posten bei Moosburg/Isar ermordet. [1016] Ludwigs verwitwete Mutter war im November 1941 von Nürnberg nach Riga deportiert worden. Quelle: -Günther Liepert, Das Veilchenblau-Haus in Arnstein, 2017, 12-15.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.