Eduard Gunzenhäuser wurde am 29.05.1910 in Feuchtwangen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Feuchtwangen, Aschaffenburg, Nürnberg, Dinkelsbühl, Ghetto Izbica, unbekannt (Holocaust). Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Gunzenhäuser David (28.06.1876) und Gunzenhäuser Emilie geb. Bergmann (07.09.1885).
Er verstarb in unbekannt (Holocaust).
Weitere Angaben aus den Quellen: Eduard Gunzenhäuser wurde als Sohn des Bankiers David Gunzenhäuser und seiner Ehefrau Emilie in Feuchtwangen geboren und wuchs dort auf [1052]. Er kam 1926 zunächst als Banklehrling, später als Bankangestellter in das Bankhaus seines Onkels Arnold Rosenthal nach Aschaffenburg[1052][1066]. Im September 1936 wurde Arnold Rosenthal durch die Gestapo wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Devisenverschiebung in Untersuchungshaft genommen [1066][1099]. Wegen des Verdachts auf Beihilfe wurden auch er und seine Tante Sophie Rosenthal für 14 Monate inhaftiert [1099]. Der Strafprozess begann drei Jahre später im Oktober 1939 vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Aschaffenburg [1099]. Angeklagt waren neben ihm sein Onkel, der Bankier Arnold Rosenthal und dessen Frau Sophie. Anklagepunkte waren im Wesentlichen die Verschiebung von Zahlungsmittel in das Ausland ohne devisenrechtliche Genehmigung [1099]. Insbesondere seien mit Wissen und Hilfe der Angeklagten durch die Juden Ferdinand Kahn mit seinem Sohn Arnold aus Bibra, dem 1933 aus dem Staatsdienst entlassenen Schwiegersohn von Rosenthal Dr. Heller, den Vertreter für Borselino-Hüte Schnell aus Frankfurt und Arthur May ebenfalls aus Frankfurt insgesamt RM 446.000,-- in das Ausland verschoben worden [1099]. Nach insgesamt zehn Prozesstagen, über die die Aschaffenburger Zeitung jeweils in großer Aufmachung und strammem nationalsozialistischen Tonfall mit entsprechenden antisemitischen Kommentierungen berichtete [1099], wurden am 31.10.1939 die Urteile gefällt: Arthur Rosenthal: 5 Jahre Zuchthaus ohne Anrechnung der dreijährigen Untersuchungshaft, RM 524.000,-- Geldstrafe [1099] Eduard Gunzenhäuser -sein Verteidiger war Benno Joseph aus Darmstadt-: 18 Monate Gefängnis ohne Anrechnung der 14 Monate Untersuchungshaft, RM 50.000,-- Geldstrafe [1099] Sophie Rosenthal: Freispruch aus Mangel an Beweisen [1099]. Am 31.10.1939 wurde Eduard Gunzenhäuser zur Strafverbüßung ins Landgerichtsgefängnis Aschaffenburg überstellt und am gleichen Tag ins Gefängnis nach Nürnberg gebracht [1052][1066]. Von Nürnberg wurde er am 24.03.1942 in das Ghetto Izbica deportiert und kam vermutlich dort um [1003][1064]. Seinen Eltern David und Emilie Gunzenhäuser gelang im Juni 1939 die Ausreise nach Großbritannien [1066]; 1947 verzogen sie nach New York [1016].