Gustav Steigerwald (1878 - 1959)

Gustav Steigerwald wurde am 10.10.1878 in Wiesenfeld (Karlstadt) geboren und lebte in Wiesenfeld, Würzburg, Ghetto Theresienstadt.

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Steigerwald Selma geb. Braunold.

Seine Kinder waren Steigerwald Erna (03.01.1909) und Steigerwald Bertha (07.08.1923–1942).

Er starb am 1959 in Wiesenfeld (Karlstadt).

Weitere Angaben aus den Quellen: Viehhändler. Gustav Steigerwald stammte aus einer schon um 1800 in der unterfränkischen Gemeinde Wiesenfeld, Kreis Main-Spessart, ansässigen Familie. Unter den 25 jüd. Matrikelstellen 1817 findet sich dort auch die der Familie "Löw Salomon Steigerwald (Viehhandel)". [1023] Gustav wuchs in der Familie Josef und Em(m)i Steigerwald auf und war in seinem Geburtsort verheiratet mit Selma (Helena) geb. Braunold aus Hessen. 1909 wurde ihre Tochter Erna geboren [1052], 1923 ihre Tochter Berta. I. Weltkrieg: Kriegsteilnehmer; schwer verwundet, Kriegsinvalide. NS-Regime: Gustav bemühte sich vergeblich, mit seiner Familie zur Tochter Erna nach Palästina zu emigrieren. Im Novemberpogrom 1938 kam es zu schweren Ausschreitungen in Wiesenfeld; die Häuser der verbliebenen jüd. Einwohner wurden demoliert. [1023]. Gustav Steigerwald wurde im März 1939 verhaftet und verwarnt wegen einer Auseinandersetzung mit dem Bürgermeister. 1941 wurde er von der Gestapo-Stelle Würzburg vernommen und verwarnt, weil er einen Zehnjährigen, der seine Tochter (Berta) mit Steinen beworfen hatte, beschimpfte. Berta Steigerwald wurde im Frühjahr 1942 mit anderen jüngeren Eihnwohnern von Wiesenfeld in den Raum Lublin deportiert. Ihr Vater musste im Juni 1942 sein Wohnhaus Nr. 137 [1078] in Wiesenfeld räumen und mit seiner Frau in das Isr. Pfründnerhaus Dürerstraße 20 in Würzburg ziehen. [1016] Am 10.September 1942 wurden Gustav und Selma Steigerwald nach Theresienstadt deportiert. [1060] Beide überlebten und kehrten nach Würzburg, dann - wie nur ganz wenige unterfränkische Landjuden - in ihren Heimatort zurück. Gustav Steigerwald wurde 1959 im Jüd. Friedhof Würzburg beerdigt. [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.