Arnold, Aron Rosenthal wurde am 30.09.1873 in Hainburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Klein-Krotzenburg, Aschaffenburg, Karlsruhe, Meran, Zwickau, Offenbach am Main. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Rosenthal Isaak (04.04.1824–18.04.1898) und Rosenthal Karolina, Karoline geb. Mai, May (31.12.1836–02.11.1914).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Rosenthal Selma Sofie geb. Gunzenhäuser, die Ehe wurde am 29.01.1906 in Würzburg geschlossen.
Seine Kinder waren Rosenthal Erich Julius (04.11.1912–2002) und Heller, Rosenthal Brunhilde geb. Rosenthal (17.07.1907).
Er starb am 13.01.1943 in Zwickau.
Weitere Angaben aus den Quellen: Arnold Rosenthal wurde als Sohn des Metzgermeisters Isaak Rosenthal und seiner Ehefrau Karolina in Klein-Krotzenburg geboren [1052]. Er besuchte dort die Volkschule, später in Friedberg die Realschule [1099]. Arnold Rosenthal ging ins Bankgeschäft, gründete, nur 28 Jahre alt, 1901 in Aschaffenburg das Privatbankhaus Rosenthal [1066]. 1906 heiratete er in Würzburg die aus Feuchtwangen stammende Sophie Gunzenhäuser, Tochter der dort ansässigen Privatier-Eheleute Jakob und Jette Gunzenhäuser [1052]. Das Ehepaar wohnte in Aschaffenburg in der Frohsinnstr. 4, 1907 wurde die Tochter Brunhilde, 1912 der Sohn Erich Julius geboren [1052]. Die Kinder wuchsen in Aschaffenburg auf [1052]. Brunhilde wurde Jugendleiterin, heiratete 1928 den Regierungsrat Dr. Karl Heller, die gut gehenden Bankgeschäfte erlaubten die Zahlung einer Mitgift von Reichsmark 100.000 [1052][1099]. Erich Julius absolvierte in Offenbach und Frankfurt eine Bankausbildung, 1933 wanderte er mit 21 Jahren nach London aus [1052][1099]. Die Geschäfte der Bank entwickelten sich offensichtlich sehr gut, 1936 hatte die Bank rd. 600 Kunden [1099]. Im September 1936 wurde Arnold Rosenthal durch die Gestapo wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Devisenverschiebung in Untersuchungshaft genommen [1066][1099]. Bereits im Oktober 1936 beauftragte und bevollmächtigte Rosenthal die Sparkasse Aschaffenburg in Person des Direktors Karl Stamer, die Geschäfte seiner Bank mit dem Ziel der Liquidation fortzuführen [1066]. Um die zu erwartenden Kosten und die Geldstrafe zu sichern, folgten im November 1936 die Beschlagnahme seines gesamten Privatbesitzes, im Dezember auch des geschäftlichen Vermögens [1066]. Das von Bankdirektor Stamer zwei Jahre später für die Staatsanwaltschaft erstellte Gutachten wies ein Vermögen von RM 530.000,-- aus [1066]. Im Oktober 1939 wurde vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Aschaffenburg der Prozess gegen Arnold Rosenthal und wegen Beihilfe gegen den bei ihm arbeitenden Neffen Eduard Gunzenhäuser und seine Ehefrau Sophie eröffnet [1099]. Anklagepunkte waren im Wesentlichen die Verschiebung von Zahlungsmittel in das Ausland ohne devisenrechtliche Genehmigung [1099]. Insbesondere seien mit seinem Wissen und seiner Hilfe durch die Juden Ferdinand Kahn mit seinem Sohn Arnold aus Bibra, seinen 1933 aus dem Staatsdienst entlassenen Schwiegersohn Dr. Heller, den Vertreter für Borselino-Hüte Schnell aus Frankfurt und Arthur May ebenfalls aus Frankfurt insgesamt RM 446.000,-- in das Ausland verschoben worden [1099]. Nach insgesamt zehn Prozesstagen, über die die Aschaffenburger Zeitung jeweils in großer Aufmachung und strammem nationalsozialistischen Tonfall mit entsprechenden anisemitischen Kommentierungen berichtete [1099], wurden am 31.10.1939 die Urteile gefällt: Arthur Rosenthal -sein Anwalt war Justin Baum aus Aschaffenburg-: 5 Jahre Zuchthaus ohne Anrechnung der dreijährigen Untersuchungshaft, RM 524.000,-- Geldstrafe [1099] Eduard Gunzenhäuser: 18 Monate Gefängnis ohne Anrechnung der 14 Monate Untersuchungshaft, RM 50.000,-- Geldstrafe [1099] Sophie Rosenthal: Freispruch aus Mangel an Beweisen [1099]. Bemerkenswert ist, dass die verhängte Geldstrafe von RM 524.000,-- fast identisch ist mit dem Vermögen, das Bankdirektor Stamer 1938 für die Staatsanwaltschaft gutachterlich ermittelt hatte [1066][1099]. Arnold Rosenthal wurde in das Zuchthaus nach Zwickau verbracht, er starb dort Anfang 1943 [1052]. Seine Frau verzog nach ihrer Untersuchungshaft nach Nürnberg und später nach München [1052]. Sie wurde im November 1941 nach Fort IX, Kauen deportiert und dort erschossen [1003]. Über das Schicksal der Tochter Brunhilde ist nichts bekannt, der Sohn Erich Julius ist 2002 in London verstorben [1019].