Liebmann Wolf (1896)

Liebmann Wolf wurde am 29.05.1896 in Baisingen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Baisingen, Frankenwinheim, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Wolf Selma geb. Kolb, die Ehe wurde am 1929 in Frankenwinheim geschlossen.

Sein Kind war Wolf Isbert (20.03.1935–1942).

Er starb am 1942, für tot erklärt in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Liebmann Wolf war der Sohn des Handelsmanns Louis Wolf aus Baisingen und dessen Frau Bertha, geb. Klein. Durch die Heirat mit Selma Kolb (Deport. Nr.486)am 03.05.1929 in Frankenwinheim kommt er nach Frankenwinheim in das Geschäft (Viehhandel) seines Schwiegervaters. Der Sohn Isbert(Deport. Nr.487) kommt am 20.03.35 in Schweinfurt zur Welt. Liebmann Wolf hat eine Schwester, die in Amerika mit einem Carl Wolf verheiratet ist. Die Familie wohnt im Haus Nr. 1, heute Schallfelderstr. 12. Am 27.11.1938 wird Wolf im Rahmen der "Schutzhaftaktion" der GeStaPo verhaftet und nach Dachau in das Konzentrationslager eingeliefert. Im Personalbogen der "Schutzhaftakte" wird er als 173 cm großer Mann mit dunkelblauen bis braunen Augen beschrieben, der einen württhembergischen Akzent spricht. Es ist vermerkt, dass er 1916 zum Militär eingezogen und hinter der Front verwundet wurde. Er gibt seinen Lebenslauf zu Protokoll : "Ich besuchte in Baisingen die Volks- und die Sonntagsschule. Danach war ich im elterlichen Viehhandel tätig. Im Dezember 1916 wurde ich eingezogen und hinter der Front eingesetzt. Nach der Entlassung war ich in Baisingen 10 Jahre lang in einer jüdischen Viehhandlung als Ein- und Verkäufer beschäftigt. 1929 habe ich geheiratet und mit meinem Schwiegervater eine Viehhandlung betrieben. Nach seinem Tod habe ich das Geschäft allein geführt. Ich wohne im Anwesen meiner Schwiegermutter. Vermögen besitze ich nicht, habe aber noch ca 600.-RM Außenstände und 150.-RM bei der Darlehenskasse. Zum landwirtschaftl. Anwesen meiner Schwiegermutter gehören 14 Morgen Land, das ich bewirtschafte. Zur Hochzeit wurde mir zugesichert, dass ich einmal das Anwesen ohne Felder erhalte". Wolf muss unterschreiben, dass er nichts gegen die Schutzhaft einzuwenden habe. Selma Wolf stellt am 14.12.38 einen Antrag auf Entlassung ihres Mannes: "Mein Mann befindet sich in Schutzhaft im Lager Dachau. Da seine Auswanderung unmittelbar bevorsteht, beantrage ich seine Entlassung. Zum Nachweis füge ich ein Schreiben des Consulates of Panama in Frankfurt vom 12.12.38 bei, wonach mein Mann bei Vorlage eines Reisepasses das Einreisevisum nach Panama erhält". Wolf wird am 21.12.38 aus dem Konzentrationslager Dachau entlassen. Bei den Personalpapieren befindet sich ein Schreiben des Amerikanischen Konsulats, Stuttgart (ohne Datum), wonach für die Familie Wolf noch mit einer Wartezeit von einigen Monaten, abhängig von der Warteliste, zu rechnen sei. Eine Bürgschaft und die detaillierte Darlegung der Vermögensverhältnisse eines Carl Wolf aus Amerika sind dabei, in der Carl Wolf versichert, " Liebmann Wolf is a brother of my wife Blanche Wolf" (geb. Wolf ! ). Ein Passfoto liegt bei. Zur Ausreise ist es nicht gekommen. Wolf Liebmann wurde am 25.4.1942 von Würzburg aus nach Krasniczyn deportiert und im Raum Lublin ermordet. Quelle: Seite "Wir wollen uns erinnern", dort angegeben: Staatsarchiv Würzburg GeStaPo Akten Reg Nr 17639 und S.W. 1326 // Zeitzeuge ( Jahrgang 1919 ).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.