Elli Elly, Elly Hirsch (1918 - 1942)

Elli Elly, Elly Hirsch wurde am 12.03.1918 in Edelfingen geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Edelfingen, Laudenbach bei Karlstadt, Krasniczyn, Raum Lublin, Würzburg. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: „Elli Sara Hirsch, geboren am 12. März 1918 in Edelfingen, lebte als Haushaltsgehilfin bei ihren Eltern in Laudenbach. Sie erfuhr während ihrer Schulzeit 1934 schon die ersten Anfeindungen im Ort. Mit ihrer Familie erlebte sie am 10. November 1938 die Übergriffe auf jüdisches Eigentum im eigenen Haus. Ihr Vater wurde am gleichen Tag in Schutzhaft genommen und danach ins KZ Dachau eingeliefert. Nach dem Schrecken der Pogromnacht 1938 beantragte Ellis Mutter Rosa Hirsch die Ausreise nach Palästina. Nach mehreren Bittgesuchen wurde ihr Mann Leopold aus dem KZ entlassen. Die Familie stellte neue Anträge zur Ausreise nach Palästina. Nach weiteren Ablehnungen der Gestapo und langem Warten kamen die Ausreisebewilligungen nur für die Eltern Leopold und Rosa und Schwester Hella. Elli wurde sie ohne Angabe von Gründen verweigert. Sie bewohnte dann allein das elterli-che Wohnhaus in der Rathausstraße, das noch in Familienbesitz war, und hoffte weiter. Ihr Vater Leopold Hirsch, ehemaliger Handelsmann in Laudenbach, nun in Palästina, bevollmächtigte Elli am 24. April 1939, das elterliche Anwesen zu verkaufen. Da ihre Nachbarn Interesse am Wohnhaus und Nebengebäude hatten, verkaufte sie das Anwesen für 3000 Reichsmark. Davon musste sie 2000 Reichsmark an die Devisenstelle in Würzburg abgeben. Als sie alle Auflagen erfüllt hatte, zog sie nach Würzburg in der Hoffnung, zu ihrer Familie nach Palästina ausreisen zu dürfen. Die Hoffnung trog: Die 24jährige wurde am 25. April 1942 in das Vernichtungslager Belzec im Raum Lublin, Polen deportiert. Alle Männer, Frauen und Kinder wurden nach ihrer Ankunft in Belzec von der Rampe direkt in die Gaskammern geführt.“ Schnabel, Georg (2012/13): Sie waren unsere Nachbarn: Judenfamilien in der Nazizeit, in: Jahrbuch Beiträge zu Geschichte und Gegenwart Sammelband 2012/13, Karlstadt 2012, 199-220, S. 212) Abschrift aus dem Geburtsregister: Elli ist am 12.3.1918 in Edelfingen im Haus des Salomon Adler geboren. (StAW Nachlassakten des Amtsgerichts Karlstadt 1950//140) Ein Zeuge sagt rückblickend 1947 aus: „Ich verkehrte immer bei einer Familie in Laudenbach, eines Tages kam dorthin das Judenmädchen Elli Hirsch. Ich fragte sie, ob sie nicht ihr Rad verkaufen würde, sie bekommt es doch abgenommen. Sie sagte nein, sie verkauft es nicht. Wenn die Nazi es wollen, sollen sie es nur holen.“ (StAW Spruchkammer Karlstadt 778 S. 3) Elli stellt einen Ausreiseantrag nach Palästina am 29.11.1939 Der Oberfinanzpräsident schreibt am 11.12.1939: „Der Ausstellung eines Reisepasses für Elli Sara Hirsch, Laudenbach bei Karlstadt, kann ich vorerst nicht zustimmen.“ (StAW LRA Kar 4761) Elli wird am 24. April 1942 nach Izbica deportiert (Deportationsliste Geheime Staatspolizei, Staatspolizeistelle Nürnberg-Fürth). Todeserklärung 1953: Die IRSO stellt am 1.4.1953 den Antrag auf eine Todeserklärung für Elli Hirsch. Der Zeitpunkt ihres Todes wird auf den 31.12.1945, 24 Uhr festgesetzt (StAW Amtsgericht Karlstadt Todeserklärungen 7 - Az. UR II 10/53). Der Stolperstein von Elli Hirsch befindet sich an ihrem ehemaligen Wohnhaus in der Rathausstraße 6.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.