Max Mantel wurde am 14.09.1883 in Mellrichstadt geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Mellrichstadt, Frankfurt am Main, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Mantel Margarete geb. Wolf.
Sein Kind war Mantel Alfred (18.05.1925–1942).
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Max Mantel wurde am 14. September 1883 in Mellrichstadt geboren. Er war Kaufmann und hatte ein Bekleidungshaus und ein Bankgeschäft. Er war verheiratet mit Margarete (Grete), geb. Wolf aus Schlüchtern. Max Mantel stammt aus einer alten jüdischen Familie in Mellrichstadt. Sein Vorfahre Moses Mantel handelte mit Schnittwaren und wurde in der 1817 angelegten Matrikelliste als einer von acht Matrikelstelleninhabern genannt. Max Mantel besuchte die Volksschule und die Realschule, von 1899 – 1902 war er Lehrling in einem Bankgeschäft in Kitzingen. Von 1902 – 1906 arbeitete er in einem Bankgeschäft in Frankfurt a. Main. Ab 1906 arbeitete er dann in dem Bank- und Schnittwarengeschäft seines Vaters in Mellrichstadt. Diese beiden Geschäfte führte er mit seiner Cousine Bianka Mantel. Max Mantel nahm als Unteroffizier in einem bayerischen Landsturmbataillon am 1. Weltkrieg teil und wurde im September 1917 mit dem Bayerischen Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Krone und Schwertern ausgezeichnet. Sein Bruder Siegfried Mantel nahm ebenfalls an diesem Krieg teil und fiel am 12. November 1914 bei Ypern. Im Verein für Handel und Gewerbe war Max Mantel bis Februar 1932 Schriftführer. Er hatte mit seiner Frau zwei Kinder: Siegfried, geb. 7. August 1922 und Alfred, geb. 18. Mai 1925. Sohn Siegfried wurde mit einem Kindertransport nach England gerettet. Dort verstarb er am 5. Juli 1993. Am 4. Oktober 1938 verzeichnet die Israelitische Kultusgemeinde von Mellrichstadt, dass am Haus von Max Mantel die Fensterscheiben eingeworfen wurden. Die Fensterscheiben wurden im Zusammenhang mit der Zerstörung der Synagoge am 30. September 1938 eingeworfen. Außerdem wurden aus den zerstörten Schaufenstern Stoffballen und andere ausgestellte Textilien von Mellrichstädter Bürgern geplündert. Zeitzeugen berichten, dass Max Mantel sehr hilfsbereit war und öfter auch einmal einen Anzug ohne Berechnung abgegeben habe, wenn jemand sich diesen nicht leisten konnte. Frau Elisabeth Lochner aus Bastheim erinnert sich an eine Schilderung ihrer Mutter und Großmutter. Ihre Großmutter Regina Damm aus Oberstreu arbeitete bei der Familie Mantel als Hausangestellte und wurde dort immer sehr, sehr gut behandelt. Als die Juden größte Not hatten, sogar ihr tägliches Essen zu besorgen, brachte Regina Damm mit ihrer Tochter Maria den Mantels Essen ins Haus. Ein Nachbar von der anderen Straßenseite beobachtete diesen Vorgang und zeigte die beiden Frauen an. Es klingelte an der Türe, zum Glück hatte das Haus der Familie Mantel noch einen hinteren Ausgang und die beiden Frauen konnten schnell entkommen. Frau Regina Damm hatte schon eine Arbeitsschürze eingepackt und flüchtete sofort auf ihr Feld, um dort eine Arbeit vorzutäuschen. Als die Gestapoleute sie in Oberstreu suchten, konnte die Tochter Maria sagen, dass ihre Mutter auf dem Feld arbeitete. Sie wurde auf dem Feld aufgesucht und stellte sich ahnungslos und konnte so einer Bestrafung entgehen. Von diesem Zeitpunkt an versteckten die beiden Frauen das Essen für die Familie Mantel immer unter der Eisenbahnbrücke zwischen Oberstreu und Mellrichstadt. Dort konnte es die Familie Mantel dann nachts abholen. Das Geschäft musste Max Mantel im Jahre 1938 an Otto Dörr aus Ostheim verkaufen. Als ihm wohlwollende Mellrichstädter Bürger den Rat gaben, doch Deutschland zu verlassen, soll Max Mantel gesagt haben: "Warum soll ich denn weggehen, ich habe nie jemandem etwas Böses getan." Trotzdem versuchte er nach Nordamerika auszuwandern und hatte die Einreisenummer 24000. Mit dieser Nummer konnte er wohl die Emigration nicht mehr erreichen, denn am 24. April 1942 musste er sich mit seiner Frau und seinem Sohn Alfred in Würzburg zur Deportation melden. Sie wurden am 25. April 1942 von Würzburg nach Krasniczyn in Ostpolen deportiert und daraufhin im Raum Lublin ermordet. Quelle: Biographie der Seite "Wir wollen uns erinnern".