Ferdinand Kronthal (1893 - 1942)

Ferdinand Kronthal wurde am 11.11.1893 in Obbach (Euerbach) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Obbach, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin, KZ Dachau, Schweinfurt. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Er starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Ferdinand Kronthal war der Sohn des Handelsmanns Lion Kronthal und seiner Frau Esther, geb. Hanauer, die aus Wiesenfeld stammte. Ferdinands Vater Lion war Sattler und verkaufte auch Schnittwaren. Er war im Ort als Schächter bekannt. Am 11. November 1938 erlitt er einen Schlaganfall und starb im Januar 1939 im Israelitischen Krankenhaus in Würzburg. Ferdinands Mutter starb schon im Oktober 1926. Ferdinand Kronthal wuchs in Obbach auf und besuchte dort die Volksschule. Anschließend lernte er als Kaufmann in Tauberbischofsheim. Danach arbeitete er in verschiedenen Orten. Im Frühjahr 1915 wurde er zum Militär eingezogen, später zum Unteroffizier befördert und war bis Juli 1918 im Feld. Er lag gasvergiftet im Lazarett in Schweinfurt, hatte vorübergehend die Sprache verloren und wurde im Herbst 1919 als gesund entlassen. Er besaß das EK II Frontkämpferkreuz und das Militärverdienstkreuz III. Klasse mit Schwertern. Noch im Jahre 1935 erhielt er das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Im Jahre 1926 heiratete er seine Frau Kläre, geb. Reinstein, und zog nach Garitz. Ihre beiden Kinder Werner (geb. 1928) und Elisabeth (geb. 1929) wurden in Garitz geboren. Ab dem Jahr 1933 lebte er von seiner Frau getrennt und war in Obbach bei Verwandten wohnhaft. Bis zu seiner Festnahme am 10. November 1938 war er in der Landwirtschaft seines Vaters tätig. Am 16. November kam er nach Dachau und war im Block 28, Stube 2, untergebracht. Nachdem er nachweisen konnte, dass er Frontkämpfer mit Auszeichnung war - sein Cousin Leo hatte sich dafür eingesetzt - wurde er am 28. Dezember 1938 aus dem KZ entlassen. Danach gab er an, dass er nach Amerika, Kolumbien (zu Verwandten) oder China auswandern wolle. Er hätte eine Bürgschaft für USA, aber gleichzeitig gäbe es eine hohe Wartenummer von 40.000. Im Mai 1939 wohnte er bei seinem Cousin Leo und seiner Cousine Jenny in Obbach. Vom 26. März 1940 bis 28. März 1942 war er als Bauhilfsarbeiter bei Josef Kraus in Schweinfurt beschäftigt. Dieser bestätigte ihm, dass er über sein Verhalten und seine Arbeitsleistung nichts Nachteiliges sagen könne. Ferdinand Kronthal kam zusammen mit seiner Cousine Jenny und seinem Cousin Leo Kronthal am 22. April 1942 nach Würzburg in den Platz'schen Garten. Drei Tage später wurden sie nach Krasnystaw deportiert, mussten fünfzehn Kilometer nach Krasniczyn laufen und wurden später in einem der Lager im Raum Lublin ermordet. Weitere Quellen/Auskunfteien: Staatsarchiv Würzburg, Gestapostelle 18876; jüdisches Standesregister Obbach; Materialsammlung Pfarrer Paul Geißendörfer (Jan. 1969); Auskunft Wilhelm Fredrich 11.04.2011; Auskunft Werner Bienmüller (Zeitz) 15.04.2011.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.