Justin Künstler wurde am 13.07.1911 in Prichsenstadt geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Prichsenstadt, Krasniczyn, Raum Lublin, Nürnberg, Würzburg. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Künstler Gretchen geb. Silbermann (30.01.1877–1942) und Künstler Wolfgang (03.06.1863–17.10.1934).
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Justin Künstler wuchs mit seinen Geschwistern Berta und Isaak in der Metzgerfamilie link(Wolf(gang)#43551) und link(Gretchen Künstler (Silbermann)#40889) in Prichsenstadt, Kreis Kitzingen, auf. Die Familie wohnte am Karlsplatz (Hindenburgplatz) und hatte, wie viele "Landjuden", Haus- und Grundbesitz einschließlich einer Landwirtschaft. Justin besuchte die Volksschule in Prichsenstadt. NS-Zeit: Justin Künstler lernte zwischen 1934 und 1937 den Metzgerberuf in den jüd. Betrieben Gustav Mayer und Friedmann in Nürnberg, wohl um den väterlichen Metzgerbetrieb in Prichsenstadt fortzuführen. Dieser musste aber bald nach dem Tod seines Vaters (1934) verkauft werden. Nach seiner Rückkehr nach Prichsenstadt arbeitete Justin dann in der elterlichen Landwirtschaft mit. Nebenher war er bis 1938 bei den Viehhändler Moritz Hahn, dann Bernhard und Oskar Frank tätig. Bei den massiven Ausschreitungen in Prichsenstadt im Novemberpogrom 1938 [1023] wurde auch Justin Künstler festgenommen und im Gefängnis der Kreisstadt Gerolzhofen inhaftiert. Während seinem Bruder Isaak Künstler die Emigration nach England gelang, scheiterten die Bemühungen der anderen Familienmitglieder. Die verbliebenen Prichsenstädter Juden mussten ihre Häuser verkaufen und in ein einziges "Judenhaus" ziehen (Freihofgasse 3 bei Familie Frank). Die im Frühjahr 1942 noch in Prichsenstadt lebenden zehn jüd. Bürger wurden im April und September 1942 über Würzburg nach Krasniczyn und Theresienstadt deportiert. Justin, Berta und Gretchen Künstler wurden bald nach ihrer Deportation nach Krasniczyn im Raum Lublin ermordet.