Martha Stühler wurde am 04.04.1907 in Untererthal geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Untererthal, Raum Lublin, Krasniczyn. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Stühler Seligmann (17.05.1874–1942).
Sie starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Martha Stühler kam am 04. April 1907 in Untererthal zur Welt. Ihre Eltern waren der Viehhändler Seligmann Stühler und dessen Frau Fanny, geb. Jöcksberger. Sie hatte vier Geschwister: Aharon, Retta, Paul und Rosa. Ihre Mutter starb vor 1939. Am 2. Februar 1940 wurde die 32-jährige Martha Stühler verhaftet, weil sie eine Kleiderkarte der 74-jährigen Margarethe Niebling aus Untererthal benutzt hatte, um sich Stopfgarn für ihre zerrissene Strumpfhose in Hammelburg zu kaufen. Während der Haft im Hammelburger Gefängnis erlitt Martha einen Blinddarmdurchbruch. Sie wurde zur Operation in das benachbarte Bezirkskrankenhaus verlegt. Der Landrat von Hammelburg leitete während ihres Krankenhausaufenthalts ein Strafverfahren ein. Das Knäuel Stopfgarn wurde bei einer Haussuchung in Untererthal von der Gendarmerie beschlagnahmt. Der Oberstaatsanwalt in Schweinfurt stellte am 28. Februar 1940 das Strafverfahren gegen Martha Stühler ein. - Dieser Fall zeigt, in welcher Armut und Not jüdische Frauen ihr Dasein bis zur Deportation fristen mussten. Sie erhielten keine Kleiderkarten und durften sich nicht einmal Stopfgarn kaufen. Martha Stühler wurde am 22. April 1942 zusammen mit ihrem 67-jährigen Vater Seligmann und der 36-jährigen Schwester Reta zur Deportation abgeholt. Von Würzburg aus wurden sie nach Krasniczyn im besetzten Ostpolen deportiert und schließlich im Raum Lublin ermordet. Aaron Stühler, der Bruder Marthas, überlebte den Holocaust durch Auswanderung nach Palästina. weitere Quelle: Opferbiographie zum Erinnerungsgang 2011, von Petra Kaup-Clement.