Johanna Rosenau (1882 - 1942)

Johanna Rosenau wurde am 16.06.1882 in Schweinfurt geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Schweinfurt, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie starb am 1942 in Raum Lublin.

Weitere Angaben aus den Quellen: Johanna Rosenau war die Tochter des Kaufmanns Sigmund Rosenau und der Eleonora, geb. Rosenstrauß. Als sie zwölf Jahre alt war, starb ihre Mutter. Johanna, die zeitlebens gehörlos war, und ihre drei Geschwister Sally (1883), Bertha (1884) und Alfred (1887) waren unversorgt und der Vater heiratete im Februar 1896 Laura Ehrlich. Das Geschwisterchen Erna kam im August 1897 zur Welt. Der Vater betrieb ein Lederwaren- und Tapeziergeschäft und starb im März 1907, die Stiefmutter im Mai 1923. Johanna arbeitete als Buchhalterin im Geschäft und lebte mit ihrem Bruder Sally und der Halbschwester Erna weiterhin in ihrem Elternhaus. Bruder Alfred war bereits am 22. September 1914 in Frankreich gefallen. Erna heiratet im August 1919 den Lederhändler Herbert Levistein und im Jahre 1921 und 1926 kommen die Nichten Hertha und Lore zu Welt. Johanna wurde am 10. Nov. 1938 mit ihrer (Halb-)Schwester Erna zur Gestapo-Polizei gerufen und musste – zusammen mit dem inhaftierten Bruder und Schwager – noch am selben Tag das Haus auf Wirtschaftsberater Ullrich überschreiben. Am 4. Dezember 1939 zogen sie und ihr Bruder Sally mit wenig Habseligkeiten in die Rückertstraße 19 um. Krankenschwester Lamada betreute Johanna Rosenau und ihren Bruder bis zu deren Deportation. Aus Dankbarkeit schickten die Verwandten aus USA so lange es möglich war, „Kaffee und Päckchen“ an Schwester Lamada und dann wieder nach dem Krieg. Johanna und ihr Bruder Sally Rosenau kamen am 22. April 1942 nach Würzburg. Bei der Durchsuchung im Platz’schen Garten wurden ihnen umfangreiche Gegenstände abgenommen, darunter drei Stockgriffe. Drei Tage später wurden sie nach Krasnystaw deportiert, mussten 15 Kilometer Fußweg nach Krasniczyn zurücklegen und kamen anschließend in einem der Lager im Raum Lublin ums Leben. Ihrer Schwester Bertha Wolf war die Emigration nach Palästina gelungen, wo sie 1959 verstarb. Die Halbschwester Erna Levistein, ihr Mann und die beiden Nichten konnten im Februar 1939 in die USA emigrieren. Im April 1942 schrieben sie einen Brief an Tante und Onkel nach Schweinfurt. Diesen Brief erhielt die Familie in USA nach Kriegsende wieder zurück, da die Verwandten deportiert waren.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.