Sally Rosenau wurde am 17.09.1883 in Schweinfurt geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Schweinfurt, Würzburg, Krasniczyn, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Weitere Angaben aus den Quellen: Sally Rosenau war der Sohn von Kaufmann Sigmund Rosenau und seiner Frau Eleonora, geborene Rosenstrauß. Seine Mutter starb, als er fast 11 Jahre alt war. Die Geschwister Johanna geboren 1882, Bertha geboren 1884 und Alfred geboren 1887 (gefallen im Ersten Weltkrieg) waren unversorgt. Im Februar 1896 heiratete der Vater Laura Ehrlich. Das Geschwisterchen Erna kam im August 1897 zur Welt. Der Vater betrieb ein Lederwaren- und Tapeziergeschäft und starb im März 1907, die Stiefmutter im Mai 1923. Sally Rosenau war unverheiratet und lebte bis auf die Lehrzeit und circa zwei Jahre als Gehilfe immer in Schweinfurt. Am 1. Juli 1903 trat er in das Geschäft seines Vaters ein und ab dem Jahre 1922 kam sein Schwager Herbert Levistein dazu. Beide führten bis Ende August 1938 die Sattlerwaren- und Ledergroßhandlung weiter. Er lebt mit seiner Schwester Johanna, die Buchhalterin im Geschäft war und für die er aufgrund ihrer Taubheit zu sorgen hatte, und der Halbschwester Erna in seinem Elternhaus. Erna heiratet im August 1919 Herbert Levistein, der ebenfalls Lederhändler von Beruf ist. Der Familie Levistein gelingt im Februar 1939 die Ausreise nach New York. Beim Novemberpogrom wurde Sally Rosenau gefangen genommen und auf Haftfähigkeit geprüft. Er kam am 18. November 1938 wieder nach Hause, weil er lager- aber nicht haftfähig sei. Zudem war er hochgradig kurzsichtig (-14 D). Vorher musste er aber noch zusammen mit seinen Schwestern und dem inhaftierten Schwager das Haus auf Wirtschaftsberater Ullrich überschreiben. Am 4. Dez. 1939 zogen er und seine Schwester Johanna Rosenau mit wenig Habseligkeiten in eine Sammelunterkunft um. Auch er hatte Pläne zur Emigration. Ende Juni 1940 wird ein Pass ausgefertigt, da Auswanderungsabsicht nach Palästina (März 1939) und später USA besteht (1941). Krankenschwester Lamada betreute Sally Rosenau und seine Schwester Johanna bis zu deren Deportation. Aus Dankbarkeit schickten die Verwandten aus USA so lange es möglich war, Kaffee und Päckchen an Schwester Lamada auch nach dem Krieg. Noch am 21. April 1942 wird ihm ein Dankesschreiben der Israelitischen Kultusgemeinde Schweinfurt überreicht. Er war Verwaltungsmitglied und neben vielen anderen Zweigen innerhalb der ehrenamtlichen Arbeit insbesondere für die jüdische Winterhilfe tätig. Seine großzügigen Zuwendungen, um Not zu lindern, und seine ruhig-ernste, ausgleichende und verlässliche Hilfe in allen Fragen werden besonders erwähnt. Am 22. April wurden Bruder und Schwester nach Würzburg verbracht. Bei der Durchsuchung im Platz’schen Garten wurden ihnen umfangreiche Gegenstände abgenommen, darunter drei Stockgriffe. Drei Tage später erfolgte die Deportation nach Krasnystaw. Von dort mussten die Opfer einen 15 Kilometer langen Fußmarsch nach Krasniczyn zurücklegen, ehe sie in diesem Lager oder einem anderen im Raum Lublin ermordet wurden. Seine Halbschwester und deren Familie konnten überleben und fanden in USA Aufnahme. Ob Sallys Schwester Bertha bereits vor 1942 starb oder emigrieren konnte, ist nicht bekannt. Sie wird jedenfalls nirgends als Opfer verzeichnet. Einen aus den USA im April 1942 abgesandten Brief an Onkel und Tante erhielt die Familie nach Kriegsende wieder zurück.