Gitel (Giedel) Berney wurde am 14.11.1812 in Laudenbach bei Karlstadt geboren und lebte in Laudenbach bei Karlstadt.
Weitere Angaben aus den Quellen: Gitel Berney wird am 14.11.1812 als Tochter des juliusspitälischen Schutzjuden link(Moses Aron (Moses Berney)#42632) und seiner Frau Frommat in Laudenbach geboren.[1108] Ihre Eltern sterben beide kurz nacheinander im Juni und im September 1827 und hinterlassen ihre zum Teil noch unmündigen Knder. Die Geschwister müssen sich als Waisen alleine durchschlagen. Der älteste Bruder ist in der Lehre als Weber und verdient noch kein Geld. Auf dem Totenbett bittet der Vater Moses Berney den Amtsrichter von Karlstadt, dass er den Kindern doch erlauben möge, seinen kleinen Handel weiterzuführen. Gitel ist 15 Jahre, als ihre Eltern sterben. Sie leidet an Bleichsucht (Eisenmangel). Die Geschwister schreiben im Jahr 1829 an das Bezirksamt Karlstadt: „Die jüngste Schwester (Gitel) ist laut Anlage mit einer unheilbaren Krankheit behaftet, und wird sich niemand, da ein jüdisches Spital nicht besteht, finden, der dieselbe pflegen wird, wenn wir übrigen Geschwister dieses zu thun die Mittel und Möglichkeit nicht mehr haben; jedenfalls wäre die Aufzehrung ihres kleinen Vermögensantheils und deren viel früher eintretenden Todt hievon die sichere Folge. Im Falle aber uns beyden älteren Schwestern gestattet wäre, unser kleines Geschäftchen fortzutreiben, könnten wir nicht nur die Verpflegung unserer kränklichen Schwester, die sonst bald der Gemeinde zur Last fallen müsste, fortbesorgen, sondern auch unserem Bruder Kost und Logie während seiner Lehrzeit verabreichen, der außerdem sein kleines Vermögen verzehren und so außer Stand sein würde, nach zurückgelegter Lehr- und Wanderzeit seine Ansäßigmachung zu verlangen.“ (StAW Reg. v. Ufr. 8660) Der Physikus Dr. Schmitt stellt am 18.5.1830 ein ärztliches Zeugnis über Gitel Berney aus: „noch nicht menstruiert, leidet seit geraumer Zeit an der Bleichsucht und wird bereits seit 4 Wochen vom Unterzeichneten ärztlich betreut.“ Der Physikus attestiert, dass es bei der Behandlung dieser Krankheit nicht so sehr auf die richtigen Arzneien ankomme, sondern auf gute Verpflegung und angenehmen Umgang (StAW Reg. v. Ufr. 8660). Es ist leider nicht überliefert, was aus Gitel geworden ist. Im Jahr 1930 werden als Erben von Moses und Frommat nur noch die Geschwister Aron, Sara, Hannchen und Karolina genannt.