Johanna Hannchen Durmann geb. Kolb (1893 - 1942)

Johanna Hannchen Durmann geb. Kolb wurde am 06.11.1893 in Frankenwinheim geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Frankenwinheim, KZ Ravensbrück, Tötungsanstalt Bernburg, KZ Lichtenburg. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Sie starb am 04.05.1942 in Tötungsanstalt Bernburg.

Weitere Angaben aus den Quellen: Hannchen Durmann, wurde als zweites Kind der Eheleute Kolb Samuel und Regina geb. Jakob am 6. November 1893 in Frankenwinheim geboren. Sie wuchs mit ihren 4 Geschwistern (Babetta, Felix, Max und Kathi) im Hausnummer 39, heute Rosenbergstraße 3 auf. Ihr Bruder Felix Kolb starb im 1. Weltkrieg. Hannchen Kolb hatte zwei nichteheliche Kinder mit dem evangelischen Johann Adam Frieß aus Burgbernheim. Am 18. Juli 1913 wurde Sohn Georg Siegfried Kolb in Nürnberg geboren. Vor der Geburt von Tochter Bianka Kolb am 20. März 1915 verstarb Johann Adam Frieß als Infanterist im November 1914 in Belgien. Da die Heirat wegen des plötzlichen Kriegseinzugs von Johann Adam Frieß nicht mehr möglich war, erlaubte das Staatsministerium des Innern Hannchen, Georg Siegfried und Bianka ab Juni 1920 den Nachnamen Frieß tragen zu dürfen. Die Heirat hatte von Seiten der Mutter Regina Kolb Widerstände hervorgerufen. 1928 heiratete Hannchen Frieß den nicht-jüdischen Bahnarbeiter Erhard Durmann aus Elsendorf. Erhard Durmann gibt in Gerichtsakten an, dass er als Knecht in Frankenwinheim bei einem Bauer beschäftigt war und hierbei Hannchen Kolb kennengelernt hatte. Einzelheiten, die zur Verhaftung von Hannchen Durmann geführt haben, können in den Akten im Staatsarchiv in Würzburg nachgelesen werden. Hier wird besonders auf das Verhältnis einer jüdischen Frau mit christlichen Männern eingegangen. Hannchen Durmann wurde mehrmals denunziert.Hierauf ist die Verhaftung von Hannchen Durmann schon im Jahr 1938 zurückzuführen, denn zu diesem Zeitpunkt waren jüdische Frauen die mit einem christlichen Mann verheiratet waren noch geschützt. Als Verhaftungsgrund wird „Rassenschande“ angegeben. Am 31. März 1938 wird Hannchen Durmann vom Gerichtsgefängnis in Schweinfurt weiter in das Konzentrationslager Lichtenburg gebracht und später in das Frauenkonzentrationslager Ravensbrück. Erhard Durmann versuchte nach der Verhaftung seine Frau durch Eingabe bei der Gestapo aus dem Konzentrationslager frei zu bekommen, was ihm nicht mehr gelang. Am 4. Mai 1942 wird sie vom Frauenkonzentrationslager Ravensbrück in die Tötungsanstalt Bernburg gebracht und dort unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.