Else (Elsa) Stiefel geb. Kahn (1910 - 1943)

Else (Elsa) Stiefel geb. Kahn wurde am 09.06.1910 in Mainstockheim geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Mainstockheim, Nürnberg, Niederlande, Lager Westerbork, Sobibor, Venlo / Holland. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Kahn Klara (Clara) geb. Stern (23.01.1885–23.11.1942).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Stiefel Julius, die Ehe wurde am 03.05.1934 in Mainstockheim geschlossen.

Ihre Kinder waren Stiefel Hanna (10.05.1935–11.06.1943) und Stiefel Judith (Fany) (11.11.1937–11.06.1943).

Sie starb am 11.06.1943 in Sobibor.

Weitere Angaben aus den Quellen: Im Mai 1934 heiratete Else Kahn in Mainstockheim Julius Stiefel. Das Paar lebte in Nürnberg, dem Geburtsort von Julius. 1935 und 1937 wurden die beiden Töchter Hanna und Jenny geboren. Aufgrund der Bedrohung durch die NS-Verfolgungen bemühte sich die Familie um die Emigration in die USA. Bei der Stadt Nürnberg meldete sich Julius Stiefel zum 10.05.1940 mit dem Ziel "USA" ab und reiste zwei Wochen vorher in die Niederlande aus, von wo das Schiff starten sollte. Frau und Töchter verbrachen die letzten Monate in Mainstockheim bei der Mutter von Else Stiefel und folgten ihm wenige Tage später in die Niederlande. Doch die Ausreise aus den Niederlanden scheiterte: Am 10. Mai 1940 überfiel die deutsche Wehrmacht das Nachbarland und die Familie Stiefel konnte wohl nicht mehr rechtzeitig auf das Schiff gelangen. Sie musste in den Niederlanden bleiben und wurde von dort drei Jahre später deportiert. Julius Stiefel kam mit einem Transport nach Auschwitz, wo er vermutlich zur Zwangsarbeit eingesetzt wurde. Er lebte noch bis zum Januar 1945. Else Stiefel und die beiden Töchter wurden über das Lager Westerbork nach Sobibor deportiert und direkt nach der Ankunft im Juni 1943 ermordet. Auch Elses Mutter Clara Kahn, geb. Stern, war wenige Tage nach der Familie ihrer Tochter in die Niederlande gekommen, sie wollte mit in die USA emigrieren. Nach der gescheiterten Ausreise lebte sie in einem Haus mit den Stiefels in Venlo und wurde im November 1942 deportiert und in Auschwitz ermordet. Quelle für die Wohnortangaben zu Mainstockheim und Nürnberg, Hieratsdatum: Sta Nürnberg Meldekarte C 21/X Nr. 9 (Auskunft an Elisabeth Böhrer).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.