Rosa Kaupp geb. Popper wurde am 27.09.1877 in Lucenec geboren und lebte in Lucenec, Frankfurt am Main, Aschaffenburg, Ghetto Theresienstadt, Würzburg.
Ihre Eltern waren Popper Leopold und Popper Hermine geb. Rosenfeld.
Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Nemes Isidor, die Ehe wurde am 25.10.1896 in Budapest geschlossen.
Ihr Kind war Markstein Klarissa geb. Nemes (02.08.1897).
Sie starb am 07.05.1948 in Aschaffenburg.
Weitere Angaben aus den Quellen: Rosa Popper kam am 27. September 1877 in Lucenec (Losonez) in Ungarn zur Welt. Ihr Vater war der Weingroßhändler Leopold Popper, der in Budapest mit Rosas Mutter Hermine, geb. Rosenfeld, verheiratet war. Die Familie praktizierte wohl einen für Ungarn nicht unüblichen Katholizismus, jedenfalls wird als Konfession bei Rosas erster Heirat nur der Buchstabe k für katholisch eingetragen. Am 25.10.1896 heiratete sie also in Budapest den jüdischen Holzvertreter Isidor Nemes. Am 2. August 1897 kam Klarissa Nemes in der ungarischen (heute tschechischen) Kleinstadt Komarno, der Geburtsstadt ihres Vaters, zur Welt. Sie wurde ebenfalls katholisch getauft und lebte später mit ihrem Ehemann Otto Markstein in Wien. Eine Konversion Rosas zum Judentum ist also nicht anzunehmen. Am 31. Oktober 1927 starb Isidor Nemes in Frankfurt am Main, wo das Paar zwischenzeitlich lebte. In der Folge zog Rosa nach Aschaffenburg, wo sie in einem Heim in der Dalbergstraße 39 lebte. Nachdem sie am 28. Mai 1928 zur katholischen Familie Kaupp in die Kirchstraße 8 gezogen war, lebte sie dort zwei Monate und lernte den verwitweten Karl Joseph Kaupp kennen. Nach dem Rückzug nach Frankfurt im Juli 1928 lebte sie noch zwei Monate allein, ehe sie dort am 1. September 1928 Karl Joseph Kaupp heiratete. Vier Tage später lebte sie wieder in der Wohnung des Aschaffenburger Zimmermeisters in der Kirchstraße 8. Kaupp war Vater zweier Kinder aus erster Ehe. Am 16. September 1929 zog das Ehepaar in die Görresstraße 7 um. Karl Kaupp hatte das Haus gekauft, in dem 1939/40 auch seine noch unverheiratete Tochter Katharina einen eigenen Haushalt führte. Im Haus wohnten ferner ein Bauinspektor, ein Ratsinspektor und ein Werbeleiter. Im Frühjahr 1944 ging die Ehe von Rosa und Karl Joseph Kaupp in die Brüche. Ende März bzw. Anfang April 1944 gab Karl Joseph gegenüber der Gestapo an, dass seine Ehefrau die Ausreise nach Ungarn geplant habe. Er entrichtete die Reichsfluchtsteuer in Höhe von 506 RM. Wenige Wochen später verlangte er den Betrag jedoch zurück, da der Oberbürgermeister der Stadt Aschaffenburg die Ausreise abgelehnt hätte. Das Geld wurde zurückgezahlt. Vier Monate später, am 31. August 1944, wurde die Ehe geschieden. Obwohl Rosa Kaupp Katholikin war, wurde sie von den Nationalsozialisten als Jüdin klassifiziert, vermutlich wegen jüdischer Großeltern. Auf ihrer Meldekarte der Stadt Aschaffenburg wurde das Wort Jüdin hinter die Konfession rk (römisch-katholisch) geschrieben. Da sie nun nicht mehr in sog. Mischehe lebte, wie es auf einer Karteikarte der jüdischen Gemeinde Aschaffenburgs vermerkt war, fiel sie der nationalsozialistischen Judenverfolgung zum Opfer. Bereits am 11. August 1944, also noch vor der eigentlichen Scheidung, wurde sie wegen angeblich staatsfeindlichen Verhaltens in das Gerichtsgefängnis Aschaffenburg eingewiesen. Am 30. November 1944 überstelle man sie an das Gestapo-Notgefängnis in Würzburg. Am 8. Dezember 1944 wurde sie als Einzeltransport nach Theresienstadt deportiert und soll erst am 23. Dezember dort angekommen sein. Die 67-Jährige überlebte die widrigen Verhältnisse des Lagers, in dem es viel zu wenig Essen und keine ärztliche Versorgung gab. Die Rote Armee hatte das Lager am späten Abend des 8. Mai 1945 befreit. Am 11. Juli 1945 kam Rosa Kaupp nach Aschaffenburg zurück. Sie starb am 7. Mai 1948 im Alter von 70 Jahren in Aschaffenburg. Weitere Quellen: - Auskunft Bianka Geißler (ITS Bad Arolsen) - Auskunft Stephanie Goethals (Stadtarchiv Aschaffenburg) - ITS Bad Arolsen, Akte Geheime Staatspolizei Würzburg, 1.2.3.12/Doc.ID12310423/ITS Digital Archive; Gefangenenbuch Gerichtsgefängnis Aschaffenburg, 1.2.2.1/Doc-ID 11782062/ITS Digital Archive; Kartei Ghetto Theresienstadt 1.1.42.2/Doc-ID 12310423/ITS Digital Archive; Liste von überlebenden Personen in Theresienstadt; 1.1.42.2/Doc-ID 12310423/ITS Digital Archive; - Staatsarchiv Würzburg, FA Aschaffenburg, Veranlagungssteuern 183 (Reichssteuerakten Kaupp Karl Josef, Ehefrau Rosa Sara); - Stadtarchiv Aschaffenburg, Meldekartei Aschaffenburg 1920-1976, Meldekarte Rosa Kaupp und Meldekarte Karl Josef Kaupp.