Maximilian, gen. Max Hamburger wurde am 17.08.1881 in Aschaffenburg geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Aschaffenburg, Krasniczyn, Würzburg, Raum Lublin. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Hamburger Bernhard (17.09.1845–05.11.1914) und Hamburger Regina geb. Kassel (02.11.1851–23.08.1925).
Er starb am 1942 in Raum Lublin.
Die Grabstätte befindet sich im "Jüdischer Altstadtfriedhof in Aschaffenburg".
Weitere Angaben aus den Quellen: Maximilian Hamburger wurde am 17. August 1881 in Aschaffenburg geboren. Sein Vater war Bernhard Hamburger, der mit Maximilian und seinem Schwiegersohn Max Levi in Aschaffenburg den Laden "Hamburger und Söhne, Manufaktur- und Modewaren, Damenkonfektion, Kurzwaren- und Brautausstattungsgeschäft" in der Steingasse 5 führte. Maximilians Mutter war Regina Hamburger, geb. Kassel. Max war 1910 Trauzeuge bei der Hochzeit von Max Levi mit Hedwig Hamburger. [1073] Maximilian hatte drei Geschwister: Ida, geb. 3.11.1876, lebte zusammen mit ihm zusammen in Aschaffenburg. Sophie, geb. 12.4.1878, heiratete Sigmund Cohn und lebte mit ihm in Mannheim. Sie verstarb 1939. Sigmund sprang mit 67 Jahren im Lager Gurs vom Deportationszug, wurde gefangen genommen und von den Nationalsozialisten getötet. Hedwig, geb. 20.8.1886, heiratete Max Levi. Zusammen hatten sie eine Tochter, Anneliese, geb. 1912. Sie heiratete Dietrich von Wien und konnte mit ihm nach Newark (New Jersey) emigrieren. Hedwig verstarb 1930, ihr Ehemann wurde im hohen Alter wie ihre Schwester Ida von Max umsorgt. Dabei half ihm ab Mitte November 1923 bis Mitte Juli 1924 Berta Salomon. Ab Mitte Juli 1924 bis Mitte September 1924 arbeitete Johanna Mayer als Haushaltshilfe bei ihm und ab Februar 1925 bis Anfang Mai 1925 Johanna Löb. Ab Juni 1926 kam Karolina Isaac aus Sprendlingen als Haushälterin zu den Geschwistern. Sie blieb bis zu ihrem Tod bei Ida. Maximilian kämpfte vom 9.11.1915-5.12.1917 beim 6/24 bayrischen Infanterie Regiment an vorderster Front mit. Er wurde mit dem bayrischen militärischen Verdienstkreuz III Klasse ausgezeichnet und befördert. Er war nie einer politischen Partei angehörig oder war Mitglied einer Loge. Bei Ausbruch des Krieges bis zum "Umbruch" (so nannte er die antijüdischen Gesetze in seinem Brief) war er in der Freiwilligen Feuerwehr. Dort war er immer anwesend und verpasste nie eine Übung. Von Turnverein 1860 erhielt Maximilian 1926 eine Urkunde für 20-jährige treue Mitgliedschaft. Auch hier war er bis zum "Umbruch" Mitglied. Mit seinem Schwager Levi war er Inhaber eines Modehauses, das er auf "reelster" Grundlage führte. Maximilian behandelte seine Angestellten, auch in Krankheitsfällen, mit persönlicher Anteilnahme. Steuerliche Verpflichtungen bei der Stadt und dem Finanzamt erfüllte die Firma stets in korrekter und vorbildlicher Weise. Bei der Auflösung der Firma (durch die "Arisierung") dachte er an die Interessen der Stadt und führte Waren an die städtische Verwendung zu. Dem neuen Inhaber gab er den Tipp, ein Cafe zu eröffnen, da der Fremdenverkehr immer größer wurde. Dies alles schrieb Maximilian am 30. März 1942 in einen Brief an die Gestapo in Würzburg. Er bat darum, von der Deportation am 25. April befreit zu werden. Er beschreibt auch, dass er sich um seinen herzkranken, 65-jährigen Schwager Max Levi kümmere und ihn zweimal die Woche wegen einem Herzleiden zum Arzt bringe. Des weiteren sei seine Schwester Ida, 61 Jahre, schon seit ihrer Jugend recht hilflos und nervös und brauche seine Hilfe. Auf dem Schreiben ist am 1. April mit Schreibmaschine getippt, dass dem Gesuch nicht stattgegeben werden kann. Der Oberbürgermeister Aschaffenburg wurde in Kenntnis gesetzt. Der Brief wurde in der Akte "Evakuierung der Juden aus Mainfranken" der Gestapo beigefügt. [1090] Knapp vier Wochen, nachdem Maximilian mit diesem Brief verzweifelt versucht hatte, an die Menschlichkeit der Nationalsozialisten zu appellieren, wurde er am 23. April 1942 von Aschaffenburg über Würzburg nach Krasniczyn deportiert und im selben Jahr im Raum Lublin ermordet. [1056] Sein Brief ist ein Zeichen dafür, wie sehr Maximilian sich für das Deutsche Reich eingesetzt hatte und sich als Deutscher fühlte. Dass die Nationalsozialisten all dies für nichtig erklärten und es keine Hoffnung auf Menschlichkeit gab, muss schrecklich für Maximilian gewesen sein. Anfang September 1942 erhielten 42, meist ältere Aschaffenburger Juden den Deportationsbescheid. Am 9. September sollten sie in das Ghetto Theresienstadt abtransportiert werden. Zwei Tage vor der Deportation trafen sich seine Schwester Ida Hamburger, ihre ehemalige Haushaltshilfe Karolina Isaac und sein Schwager Max Levi mit Babette Dilsheimer und Emma Trier in der Wohnung des Ehepaars Maria und Otto Wolfsthal und vergifteten sich gemeinsam mit einer Überdosis Schlaftabletten. Auf dem jüdischen Friedhof am Erbig in Schweinheim, hoch über der Stadt, haben sie ihre letzte Ruhe gefunden. Er war zusammen mit Max Levi Eigentümer des Hauses Aschaffenburg, Steingasse 3 (alte Hausnr. Lit. D 137) von 1911 bis 1939. [1042].