Alfred Hanauer (1893 - 1942)

Alfred Hanauer wurde am 17.11.1893 in Wiesenfeld (Karlstadt) geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Wiesenfeld, Maßbach, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga, Militärdienst für das Deutsche Kaiserreich. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Hanauer Abraham (1853) und Hanauer Hannchen (Helene), Hannchen geb. Finke (um 1860).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Hanauer Hella (Helene) geb. Leiter, die Ehe wurde am 10.03.1928 in München geschlossen.

Sein Kind war Hanauer Hans Arno (17.02.1929).

Er starb am 1941/1942 in Raum Riga.

Weitere Angaben aus den Quellen: Alfred Hanauer wurde als viertes von fünf Kindern der Händlerfamilie Abraham und Hannchen Hanauer, geb. Finke, in der unterfränkischen Gemeinde Wiesenfeld, Landkreis Main-Spessart, geboren. Dort und in Maßbach besuchte er die Volksschule. Um 1907 begann er eine kaufmännische Lehre und besuchte die Fortbildungsschule (Berufsschule) in Würzburg. Im Anschluss hatte er von 1909 bis 1913 Stellen in verschiedenen Städten inne. Von 1913 bis 1918 leistete er seinen Militär- und Kriegsdienst. Er wurde schwer verwundet und erhielt verschiedene Auszeichnungen. Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete er in einer Großhandelsfirma in Würzburg. Im April 1923 gründete er mit seinem Bruder Felix die "Kurz-, Weiß- und Wollwarengroßhandlung Gebrüder Hanauer". 1928 heiratete er Hella Leiter, das Ehepaar bekam den Sohn Hans Arno. Alfred selbst war nach 1933 Mitglied im jüd. Turn- und Sportverein Würzburg. Nach dem Novemberpogrom 1938 wurde er kurzzeitig in "Schutzhaft" genommen. Im Februar 1939 erfolgte die "Arisierung" seines Geschäfts. Wegen angeblicher Devisenvergehen musste er seine Wohnung durchsuchen lassen und eine Geldstrafe zahlen. Schweren Herzens entschlossen sich die Eltern, ihren Sohn Hans mit einem Kindertransport nach England zu schicken. Im Sommer 1939 musste die Familie die große Wohnung am Würzburger Ringpark aufgeben. Zuletzt waren die Hanauers im "Judenhaus" in der Faulenbergstraße, dem Gebäude auf dem jüdischen Friedhof, untergebracht. Alfred Hanauer bemühte sich erfolglos um die Emigration in die USA. Am 27. November 1941 wurde er mit seiner Ehefrau Hella und dem Bruder Felix nach Riga-Jungfernhof deportiert und zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.