Ruth Fanny Hanover wurde am 13.08.1923 in Würzburg geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Amsterdam, Lager Westerbork, Vernichtungslager Sobibor. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Ihre Eltern waren Hanover Klara geb. Deutsch (01.04.1889–28.05.1932) und Hanover Sigmund (19.08.1880–1964).
Sie starb am 21.05.1943 in Vernichtungslager Sobibor.
Weitere Angaben aus den Quellen: Schülerin. Jüngere von zwei Töchtern der Rabbinerfamilie Siegmund und Klara Hanover in Würzburg. Besuchte mit ihrem Jugendfreund und Nachbarn, dem späteren prominenten israelischen Schriftsteller Yehuda Amichai den Jüd. Kindergarten und die Jüd. Volksschule in der Stadt. Er setzte ihr später ein literarisches Denkmal. 1934 wurde Ruth in Würzburg von einem Auto angefahren und so schwer verletzt, dass ihr ein Bein abgenommen werden musste. Als Jugendliche war sie Mitglied im Jüd. Kulturbund Würzburg (Kulturbund Deutscher Juden).1938 sollte sie im Rahmen einer Hilfsaktion des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden (Nachfolger:Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern) in England untergebracht werden, was aber scheiterte. Ihren Eltern gelang es dann aber, sie am 4. Januar 1939 mit einem Kindertransport nach Amsterdam in die vermeintliche Sicherheit zu bringen, ehe sie selbst nach England und von dort in die USA emigrierten. Nach dem Kriegsausbruch 1939 scheiterten alle Versuche, Ruth zu den anderen Familienmitgliedern in England, USA und Israel nachzuholen. Sie lebte bei verschiedenen Pflegefamilien in Amsterdam. Vom Westerbork wurde sie am 18. Mai 1943 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert. [1016][1003][1005][1026][1066] Weitere Quelle: Rotraud Ries, Jehuda Amichai und Ruth Hanover. Eine Kinderfreundschaft mit literarischem Nachhall. Lesung, in: Eric Hilgendorf/ Daniel Osthoff (Hgg.), Erinnerung als Ausweg. Beiträge zu Jehuda Amichais Roman "Nicht von jetzt, nicht von hier", Würzburg 2019, S. 77-120 (mit der kompletten Edition der Briefe Ruth Hanovers).