Hans Hugo Ikenberg (1900 - 1975)

Hans Hugo Ikenberg wurde am 20.10.1900 in Heidingsfeld geboren und lebte in Heidingsfeld (Würzburg), Würzburg.

Seine Eltern waren Ikenberg Bendix (Benedikt) (05.02.1860–25.10.1933) und Ikenberg Paula (Pauline) geb. Silberschmidt (05.08.1863–02.09.1922).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Ikenberg Wally (Walburga) geb. Krämer, die Ehe wurde am 1926 geschlossen.

Sein Kind war Ikenberg Werner (17.01.1927–1996).

Er starb am 30.09.1975 in Würzburg.

Weitere Angaben aus den Quellen: Arzt; Dr. med. In der Arztfamilie Bendix und Paula Ikenberg in Heidingsfeld aufgewachsen. Nach der Volksschule in Heidingsfeld besuchte er das Realgymnasium in Würzburg bis zum Abitur. Erster Weltkrieg: Im Juni 1918 eingezogen. Hans Ikenberg konvertierte 1918/19 zur evangelischen Konfession. Weimarer Republik: Von April bis Juli 1919 Angehöriger des konterrevolutionären "Freikorps Würzburg"; er nahm an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik und an den Straßenkämpfen in Würzburg teil. Medizinstudium in Frankfurt und Würzburg; Examen 1924/25. Von 1924 bis 1933, wie schon sein Vater, Arzt der Sanitätskolonne Heidingsfeld. 1926 übernahm er die väterliche Praxis. Im Juli 1933 Entzug der Kassenlizenz; zurückgenommen wegen seiner Freikorps-Zugehörigkeit. Im Februar 1935 Verhör durch die Gestapo, nachdem Patienten aus Heidingsfeld für ihn geworben hatten. Im Novemberpogrom 1938 verhaftet; auf Antrag der Ärztekammer (Mangel an jüd. Ärzten) am 7. Dezember entlassen. Er durfte dann nur noch mit Sally Mayer als "Krankenbehandler" für die in Würzburg verbliebenen Juden wirken; auch bei der ärztlichen Betreuung während der Deportationen aus der Stadt und bei durchgehenden Transporten. Wegen des zweifelhaften Schutzes der "privilegierten Mischehe" lebte er bis Kriegsende unter ständiger Gefährdung (1939 gescheiterter Emigrationsversuch in die USA). Hans Ikenberg blieb in Würzburg. Sein Haus wurde im Krieg zerstört; er nahm 1945 in der Nachbarschaft seine Arztpraxis wieder auf. [1016] Quellen: -Martin Hofer, Hans Rietschel (1878-1970)- Direktor der Universitäts-Kinderklinik Würzburg von 1917-1946, 2006 (Diss. Univ. Würzburg) -Linda Lucia Damskis, Jüdische Ärzte zwischen nationalsozialistischer Verfolgung, Emigration und Wiedergutmachung, 2009 (M.A.-Arbeit Univ. München 2008) -Hans Ikenberg, Die Wirkung des Pantopons auf die motorische Funktion des menschlichen Dünndarms, 1925 (Dissertation Universität Würzburg 1927 - katalog.bibliothek.uni-wuerzburg.de).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.