Fred Joseph (1911 - 1943)

Fred Joseph wurde am 18.10.1911 in Luzern geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Luzern, Würzburg, Pforzheim, Rottenburg am Neckar, KZ Auschwitz, Mannheim. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Joseph Alfred (12.03.1888–26.02.1956) und Joseph Margarete geb. Putz (18.07.1887–28.06.1944).

Er starb am 21.01.1943 in KZ Auschwitz.

Weitere Angaben aus den Quellen: Der katholisch aufgewachsene Fred (Alfred, Ludwig Johann) Joseph kam 1916 mit seinen Eltern Alfred und Margarete Joseph und dem jüngeren Bruder Hans von Mannheim nach Würzburg, wo er eine Volksschule und das Realgymnasium besuchte; 1930 Abitur. Praktikant, Assistent in der Adler-Apotheke (Max Mandelbaum); Studium der Pharmazie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Um 1931 Beitritt zum Rhönklub Würzburg; er redigierte dessen Jugendzeitschrift bis zum Verbot 1933. NS-Zeit: Fred Joseph engagierte sich dann in der katholischen Bewegung (Widerstand gegen den Nationalsozialismus). Ab Ende 1934 war er Mitglied der Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg Würzburg; 1935/36 Jugendleiter, "Stammesfeldmeister". Nach wiederholter Konfrontation seiner Gruppe mit der lokalen Hitlerjugend wurde er im Oktober 1936 einen Monat inhaftiert. Im Juli 1937 zu fünf Monaten und zwei Wochen Haft verurteilt; wegen des Revisionsverfahrens nicht angetreten. Verlust des Arbeitsplatzes, Verweigerung der Approbation aus politischen Gründen. Er zog nach Pforzheim, Baden-Württemberg, und gründete dort eine Pfadfindergruppe. Ab Herbst 1937 versandte er Rundbriefe trotz des Verbots der Organisation. Im Juli 1941 wurde ein Brief gefunden und Fred Joseph denunziert. Ab Ende Oktober 1937 "Schutzhaft" und Untersuchungshaft nach Ermittlungen der Gestapo. Am 23.Januar 1942 wurde er vom Sondergericht Mannheim zu einem Jahr Gefängnis verurteilt (in Rottenburg). Kurz nach der Entlassung (26.Oktober 1942) erneute "Schutzhaft" (13.November in Würzburg). Nach Anordnung der Gestapo Karlsruhe (29.November) wurde Fred Joseph wohl am 3.Dezember 1942 ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert (mit einem Transport des Reichssicherheitshauptamts) [1016] und bald darauf ermordet. [1003][1005] Gedenken: "Fred-Joseph-Platz" vor der Jugendherberge Würzburg; Namensgeber "Stamm Fred Joseph" der Pfadfinderschaft Sankt Georg Würzburg; Stolpersteiu vor dem Wohnhaus Bibrastraße 2 1/2.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.