Charlotte Klaes geb. Osser (1896 - 1943)

Charlotte Klaes geb. Osser wurde am 23.04.1896 in Köln geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Köln, Dortmund, Höchberg, Würzburg, Zuchthaus Aichach, München-Stadelheim. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Osser David (um 1870) und Osser Goldine geb. Gans (um 1870).

Sie war in 1. Ehe verheiratet mit Klaes Wilhelm (Willi), die Ehe wurde am 1920 in Köln geschlossen.

Ihre Kinder waren Klaes Goldine (02.12.1925) und Klaes Ingeborg (Inge) (31.07.1921).

Sie starb am 27.01.1943 in Stadelheim.

Weitere Angaben aus den Quellen: Hausfrau. Sie wuchs in der Kaufmannsfamilie David und Goldine Osser in der Großstadt Köln, Nordrhein-Westfalen, auf. Anschließend an die Volksschule und Mädchen-Mittelschule arbeitete sie bis 1919 als Telefonistin und Kassiererin in einem Kölner Möbelhaus. Mit ihrer Heirat 1920 trat sie zur katholischen Konfession über (Konvertit). Nach der Versetzung ihres nichtjüd. Ehemannes Willi zog die Familie im Oktober 1938 von Dortmund nach Höchberg bei Würzburg. Im Herbst 1939 wurde Charlotte Klaes dort als Jüdin denunziert; die Familie wurde aus der Wohnung gewiesen und zog nach Würzburg. In der Folgezeit Gestapo-Ermittlungen gegen Charlotte und ihre Familie; Geldstrafe wegen Nichtführens des jüd. Zwangsnamens Sara (Namensänderungsverordnung) und anderer Verstöße gegen NS-Bestimmungen; kurze "Schutzhaft". Im Juni 1942 erneut denunziert wegen angeblichen "Hamsterns"; ergebnislose Ermittlungen. Nachforschungen über den Besitz deportierter Kölner Juden boten im September 1942 der Gestapo die Handhabe, gegen die wegen ihres Umgangs mit Juden wie auch Wehrmachtsangehörigen verdächtige Familie vorzugehen. Bei der Haussuchung wurden Lebensmittelkarten gefunden, die aus Einbrüchen Dritter in Würzburger Ämtern stammten; Vorwürfe des Abhörens von Feindsendern in der Wohnung. Nach ihrer Festnahme musste Charlotte Klaes wochenlang in einem Würzburger Krankenhaus, danach in der Krankenabteilung im Zuchthaus Aichach behandelt werden. Am 30.November 1942 erfolgte das Todesurteil durch das Sondergericht Würzburg wegen Verbrechens gegen die "Volksschädlingsverordnung"; am 27.Januar 1943 die Vollstreckung im Frauengefängnis München-Stadelheim. Der Ehemann und die ältere Tochter Ingeborg wurden mit fünf und zwei Jahren Zuchthaus bestraft. Charlotte Klaes hatte nach den Vernehmungsprotokollen außergewöhnliche Kenntnisse von den Vernichtungsaktionen im Osten ("von Juden, die in Polen ihr eigenes Grab schaufeln müßten und mit Maschinengewehren hingemäht würden"). Im Juli 1961 wurde Charlotte Klaes in einem von ihrem Ehemann angestrengten Wiederaufnahmeverfahren vom Oberlandesgericht Bamberg freigesprochen. [1016][1003] Quelle: Günther Scheidle, Das Widerstandsrecht. Entwickelt anhand der höchstrichterlichen Rechtsprechung der Bundesrepublik Deutschland, 1969, 044.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.