Lore Suse Kleemann (1924 - 1942)

Lore Suse Kleemann wurde am 29.01.1924 in Würzburg geboren Ihre Orte des Lebens und der Verfolgung waren Würzburg, Riga-Jungfernhof, Wald von Bikernieki. Sie ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Ihre Eltern waren Kleemann Flora geb. Mayer (21.05.1894–21.09.1935) und Kleemann Max (18.12.1887–26.03.1942).

Sie starb am 26.03.1942 in Wald von Bikernieki.

Weitere Angaben aus den Quellen: Lore Suse Kleemann wuchs als Tochter des Kaufmannes Max und seiner Frau Flora Kleemann, geb. Mayer, zusammen mit ihrem drei Jahre älteren Bruder Rolf (Rudolf Karl, später Kennedy, Ralph Charles) in Würzburg auf. Hier besuchte sie die jüdische Volks- und Berufsschule und war später als Haushaltshilfe tätig. Sie war Mitglied im Jüdischen Jugendbund Würzburg (Jüdische Jugendbewegung). Nach dem Tod ihrer Mutter Flora im Jahr 1935 kümmerte sie sich wohl um ihren Vater, der seit seinem Autounfall 1931 an einer Rückenmarksverletzung litt. Am 27. November 1941 wurde Lore mit ihrem Vater von Würzburg über Nürnberg mit dem Ziel Riga-Jungfernhof deportiert. Lores Bruder Rolf konnte schon im Februar 1939 nach England, vermutlich nach Manchester, emigrieren, nachdem er im Novemberpogrom 1938 verhaftet und bis 18.01.1939 im KZ Buchenwald interniert war. Nach vier Monaten gemeinsamer Haft im Lager bestand Lore darauf, ihren seit langem gesundheitlich schwer beeinträchtigten und inzwischen gelähmten Vater, trotz der Warnung durch den SS-Lagerkommandanten, auf dem angeblichen Transport nach "Dünamünde" zu begleiten. Wie allen anderen Opfern auch, war ihr wahrscheinlich nicht klar, dass dort nicht die angekündigte leichtere Arbeit in einer Fabrik auf sie wartete, sondern der unmittelbare Tod. So kamen die Ausgewählten nicht in einen Ort mit diesem Namen, sondern in einen nahegelegenen Wald, nur wenige Transportminuten vom Jungfernhof entfernt. Die zur selben Zeit in Riga-Jungfernhof internierte Käthe Frieß erzählt in ihrem Erinnerungsbericht von dieser Situation, vgl. Sandow, Christin:"Schießen Sie mich nieder!" Käte Frieß´ Aufzeichnungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945. Berlin 2017, S. 44. Gemeinsam mit ihrem Vater, ihrem Onkel Gustav und ihrer Tante Erna wurde Lore am 26. März 1942 im Wald von Bikernieki erschossen.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.