Max Kleemann (1887 - 1942)

Max Kleemann wurde am 18.12.1887 in Werneck geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Werneck, Schweinfurt, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Wald von Bikernieki. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Kleemann Salomon (21.03.1852–03.06.1931) und Kleemann Sara geb. Klau (06.06.1855–23.03.1934).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Kleemann Flora geb. Mayer, die Ehe wurde am 1920 in Bodenheim geschlossen.

Seine Kinder waren Kennedy Ralph Charles geb. Kleemann Rudolf Karl (Rolf) (06.07.1921) und Kleemann Lore Suse (29.01.1924–26.03.1942).

Er starb am 26.03.1942 in Wald von Bikernieki.

Weitere Angaben aus den Quellen: Der Kaufmann Max Kleemann wurde 1887 geboren und wuchs in der Familie Salomon und Sara Kleemann, geb. Klau, in der unterfränkischen Kleinstadt Werneck im Landkreis Schweinfurt, dann in den Städten Schweinfurt und Würzburg auf. Er hatte vier Geschwister: Gustav, Lucie, Hermine und Johanna. Nachdem er in Werneck die Volksschule besucht hatte, ging er ab 1902 auf die Realschule Institut Adam in Würzburg. Danach arbeitete er in der väterlichen Pferde- und Futtermittelhandlung Salomon Kleemann & Söhne mit, die er wahrscheinlich im Jahr 1911 mit seinem Bruder Gustav als Teilhaber übernahm. In den Jahren zwischen 1901 und 1911 leistete Max seinen Militärdienst, war von 1914 bis 1918 Kriegsteilnehmer und erhielt in diesem Zusammenhang das (Eisernes Kreuz) zweiter Klasse sowie das Ehrenkreuz für Frontkämpfer. Er war Unteroffizier, Mitglied beim Reichsbanner-Schwarz-Rot-Gold, beim Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten, im Jüdischen Turn- und Sportverein, in der Gesellschaft Casino und im Jüd. Schulverein. Im Jahr 1929 heiratete er in Bodenheim am Rhein die Kaufmannstochter Flora Mayer. Mit Flora bekam er die beiden Kinder Rolf und Lore Suse. 1931 erlitt er einen Autounfall, nach dem er zeitlebens an einer Rückenmarksverletzung litt und durch den er zuletzt gelähmt war. Er war seit 1935 verwitwet und wurde später wohl von seiner Tochter Lore betreut. 1936 wurde ihm zeitweise die Gewerbelegitimation entzogen und gegen ihn wurden erfolglose Anzeigen wegen angeblichen Betrugs erstattet. Nach der "Arisierung" seiner Firma startete Max zahlreiche Emigrationsversuche, erst nach Holland, dann in die USA und zuletzt über das Gruppenauswanderungsprojekt seines Bruders, das dieser von Oktober bis Ende 1940 betrieb: jüdischen Geldgebern (ursprünglich auch mittellosen landwirtschaftlich qualifizierten Personen) sollte über den Erwerb von Anwesen zunächst in Ecuador die Emigration ermöglicht werden. Am Ende wurde er aus der langjährigen Familienwohnung in der St.-Benedikt-Straße 4 verwiesen und musste in die Johannitergasse 5 ziehen. Am 27. November 1941 wurde er mit Lore, seinem Bruder Gustav und seiner Schwägerin Erna von Würzburg über Nürnberg nach Riga-Jungfernhof deportiert - sein Sohn Rolf konnte schon im Februar 1939 nach England, vermutlich nach Manchester, emigrieren. Nach vier Monaten Haft wurden alle vier am 26. März 1942 zu einem Todestransport selektiert, den Lore freiwillig begleitete. Die zur selben Zeit in Riga-Jungfernhof internierte Käthe Frieß erzählt in ihrem Erinnerungsbericht von dieser Situation, vgl. Sandow, Christin: "Schießen Sie mich nieder!: Käte Frieß’ Aufzeichungen über KZ und Zwangsarbeit von 1941 bis 1945". Berlin 2017, S. 44. Die vier Kleemanns wurden noch am selben Tag bei einer Massenerschießung im nahen Wald von Bikernieki, heute im Stadtgebiet von Riga, ermordet.

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.