Raphael Hejum, Raphael Kurzmann (1886 - 1939)

Raphael Hejum, Raphael Kurzmann wurde am 30.07.1886 in Heidingsfeld geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Heidingsfeld (Würzburg), Würzburg, Hüttenheim, Höchberg, KZ Sachsenhausen. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Kurzmann Betty (Bettchen) geb. Mayer (16.07.1845–16.03.1922) und Kurzmann Samuel (03.10.1845–11.10.1909).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Kurzmann Therese geb. Hochheimer, die Ehe wurde am 1912 in Huettenheim geschlossen.

Er starb am 17.11.1939 in KZ Sachsenhausen.

Weitere Angaben aus den Quellen: Raphael Kurzmann wuchs in der Lehrerfamilie Samuel und Betty Kurzmann in Heidingsfeld und in Würzburg auf. Nach der Volksschule machte er eine Lehre als Buchbinder bei Jakob Lippmann. Er gab den Beruf jedoch nach rund fünf Jahren aus Gesundheitsgründen auf. 1911 machte er sich als Fetthändler in Würzburg selbstständig. 1912 ließ er sich als Kurzwarenhändler in Hüttenheim, Landkreis Kitzingen, nieder, der Heimatgemeinde seiner Ehefrau Therese. Spätestens in den 1930er Jahren lebte das kinderlose Paar in der Marktgemeinde Höchberg bei Würzburg. Raphael Kurzmann wurde im Novemberpogrom 1938 festgenommen und am 20. Dezember entlassen. Im Verhör bekundete er seine Absicht auszuwandern - und seine politische Orientierung an "rechtsstehenden Parteien". 1939 leistete er Zwangsarbeit bei der Reichsbahn. Er bewarb sich, anscheinend mit Erfolg, für einen Beiz- und Polierkurs bei den Jüdischen Anlernwerkstätten in München (August 1939). Im September 1939 wurde er wegen angeblicher Arbeitsverweigerung bei seinem Zwangsdienst bei der Reichsbahn in Würzburg festgenommen, wobei er vielleicht Widerstand leistete. Am 26. Oktober 1939 wurde er daraufhin, trotz seines schlechten Gesundheitszustandes, in das KZ Sachsenhausen eingewiesen. Seine später deportierten Schwestern Nanni und Jette Kurzmann hatten sich vergeblich für seine Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt (wegen Schuldunfähigkeit) eingesetzt. Raphael Kurzmann wurde nach drei Wochen in Sachsenhausen ermordet. Die Überführung seiner Leiche wurde abgelehnt. Nicht jedoch die seiner Asche, die kurze Zeit später nach Würzburg überstellt wurde. Dieser Umstand rief eine religiöse Kontroverse hervor, da Rabbiner Dr. Magnus Weinberg sich nicht sicher war, ob die Urne auf dem Friedhof in einer Reihe mit den erdbestatteten Toten beigesetzt werden dürfte. Er konsultierte deshalb in Briefen und auch telefonisch Oberrabbiner Dr. Josef Carlebach in Hamburg, um mit ihm den Fall zu diskutieren. Die Asche wurde nach der Entscheidung Carlebachs auf dem jüdischen Friedhof in der Werner-von-Siemens-Straße 2 in Würzburg in einem ganz normalen Grab beigesetzt. [1016][1003][1023; Hüttenheim, Höchberg] weitere Quelle: StA Wü, Gestapostelle 16846 (Gestapoakte Magnus Weinberg).

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.