Heinrich (Heinz) Leib (1880 - 1942)

Heinrich (Heinz) Leib wurde am 02.07.1880 in Krefeld geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Krefeld, Würzburg, Riga-Jungfernhof, Raum Riga, Havanna, Frankfurt am Main. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..

Seine Eltern waren Leib Aron (22.02.1848) und Leib Berta geb. Bernd (04.12.1850).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit Leib Lina (Karoline) geb. Ottensoser, die Ehe wurde am 1920 in Würzburg geschlossen.

Sein Kind war Maschke Anneliese geb. Leib (21.03.1922–?1943).

Er starb am 1941/1942 in Raum Riga.

Weitere Angaben aus den Quellen: Heinrich Leib wurde 1880 geboren und wuchs in der Händlerfamilie Aron und Berta Leib, geb. Bernd, in Krefeld, Nordrhein-Westfalen, auf, in der er auch über Jahrzehnte lebte und als Kaufmann tätig war. Im Ersten Weltkrieg war er von 1916 bis 1918 Kriegsteilnehmer an der Westfront. Er war Gefreiter und wurde ausgezeichnet. 1920 heiratete er die Schneiderin Lina Ottensoser, mit der er 1922 die Tochter Anneliese bekam. 1934 zog er mit seiner Familie nach Würzburg, in die Heimat seiner Ehefrau. Er war hier Vertreter für die Lack- und Farbenfabrik "David Birk & Co." Seine geplante Emigration in die USA scheiterte kurz vor dem Ziel: Heinrich Leib reiste im Mai 1939 mit dem Schiff MS St. Louis nach Havanna auf Kuba aus, um von dort nach Cincinnati in den USA zu gelangen, seine Ehefrau wollte er nachkommen lassen. Das Schiff wurde allerdings nach Europa zurückbeordert, als nach Differenzen innerhalb kubanischer Stellen die Einreiseerlaubnis für ungültig erklärt wurde (Iwan Schwab). Nach seiner (freiwilligen) Rückkehr wurde Heinrich Leib trotz seines schlechten Gesundheitszustandes (Januar 1940 Operation im Jüd. Krankenhaus in Frankfurt a. M., im Februar deshalb Befreiung vom "Appell der Juden") zur Zwangsarbeit in Würzburg eingesetzt: ab März 1940 war er Hilfsarbeiter bei der Stadtverwaltung, vermutlich beim Tiefbauamt. Am 27. November 1941 wurde er mit seiner Ehefrau Lina aus der letzten beengten Unterkunft im "Judenhaus" Bibrastraße 17 von Würzburg mit dem Ziel Riga deportiert und von dort nach Riga-Jungfernhof gebracht. [1016][1003][1005][1057][1078] Über seine genauen Todesumstände ist nichts bekannt. Auch seine Frau und Tochter überlebten die Deportationen nicht. [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.