Ernst von Manstein (1869 - 1944)

Ernst von Manstein wurde am 19.05.1869 in Domersleben near Magdeburg geboren und lebte in Domersleben, Straßburg, Würzburg.

Seine Eltern waren von Manstein Karoline geb. Mevius (um 1840) und von Manstein Otto (um 1840).

Er war in 1. Ehe verheiratet mit von Manstein Franziska (Fanny) geb. Betzold, die Ehe wurde am 1892 in Würzburg geschlossen.

Er starb am 17.01.1944 in Würzburg.

Weitere Angaben aus den Quellen: Baron Ernst von Manstein stammte aus einer bekannten Adelsfamilie. Er wurde in der Familie des Steuerbeamten Otto von Manstein und seiner Ehefrau Karolina in Domersleben, Sachsen-Anhalt, geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte in Straßburg kam er 1887(?) als Privatier nach Würzburg; 1889 Militärdienst als Musiker beim 9.Bayerischen Infanterieregiment Würzburg (Neuner). Ernst von Manstein erhielt durch Freundschaften mit mehrerer jüd. Familien in Würzburg und Heidingsfeld Kenntnis vom Judentum und beschloss zu konvertieren (1892 Amsterdam, begleitet von Jonas Ansbacher, einem seiner religiösen Lehrer). Der staatlich geprüfte Zeichenlehrer arbeitete viele Jahre als Fachlehrer an höheren Schulen in Würzburg und an der Kunstabteilung der berufsbildenden Maxschule (Maxschule). Er war auch Fachlehrer für Zeichnen und Musik an der Isr. Präparandenschule Höchberg bis zu deren Schließung 1930. Wie andere Höchberger Lehrer wurde er von der Isr. Lehrerbildungsanstalt ILBA in Würzburg übernommen. Baron von Manstein befasste sich neben der künstlerischen Arbeit mit Naturstudien und widmete sich dem Obst- und Pflanzenanbau. Er führte mit seiner ebenfalls konvertierten Ehefrau Fanny ein streng orthodoxes Leben. Ehrenamt: Letzter Vorsitzender der Lazarus-Ottensoser-Stiftung Höchberg (1930).Vorstandsmitglied der ostjüd. geprägten kleinen Synagogengemeinde "Mazzestube" Würzburg; um 1930 Mitglied der Verwaltung der IKG Würzburg (Israelitische Kultusgemeinde). NS-Zeit: Nach dem Entzug seiner staatlichen und städtischen Lehrstellen durch das Regime unterrichtete er vollzeitlich an der ILBA. Ernst von Manstein versuchte vergeblich nach Palastina zu emigrieren (1939/40). Im März 1942 musste er in das für "Privilegierte Juden" reservierte "Judenhaus" Domerschulstraße 25 ziehen. Ende 1942 durch die Gestapo Würzburg erzwungener Austritt aus der Jüd. Gemeinde(?). Er wurde nach seinem Tod Anfang 1944 durch ein NS-Begräbnis im Hauptfriedhof Würzburg mit Hakenkreuzfahne verhöhnt. (Nach anderer Darstellung, hatte sein Neffe General Erich von Manstein ein Ehrenbegräbnis veranlasst.) 1960 bewirkte die neu entstandene Isr. Kultusgemeinde für Würzburg und Unterfranken die Überführung in den Jüd. Friedhof Würzburg. [1016].

Quelle Die Angaben stammen aus der „Biographischen Datenbank Jüdische Unterfranken“ und basieren auf überprüfbaren historischen Dokumenten, die auf dieser Seite direkt eingesehen werden können.