Julius Neumann wurde am 05.03.1891 in Schöllkrippen geboren Seine Orte des Lebens und der Verfolgung waren Schöllkrippen, Aschaffenburg, Würzburg, Riga-Jungfernhof, KZ Dachau, KZ Kauen. Er ist als Opfer des Holocaust dokumentiert..
Seine Eltern waren Neumann Jettchen geb. Stern (27.08.1868–17.09.1942) und Neumann Simon (um 1860).
Er war in 1. Ehe verheiratet mit Neumann Marga (Margarete) geb. Lein, die Ehe wurde am 1927 geschlossen.
Sein Kind war Neumann Stefan Heinz (10.02.1929–1941/1942).
Er starb am 17.11.1944 in KZ Dachau.
Weitere Angaben aus den Quellen: Julius Neumann wuchs in der Viehhändlerfamilie Simon und Jettchen Neumann, geb. Stern, in Schöllkrippen, Kreis Aschaffenburg, auf. Er besuchte dort bis 1904 die Volksschule und machte dann eine kaufmännische Lehre in Aschaffenburg. 1913 leistete er seinen Militärdienst. I. Weltkrieg: Von 1915 bis 1918 Kriegsteilnehmer in bayerischen Infanterieregimenten; schwer verwundet. Nach seiner Heirat mit Marga Lein 1927 war er zusammen mit seiner Schwiegermutter Adelheid Lein Teilhaber der Kleiderfabrik "link(Lein & Steinberg#26226)" in Würzburg (später "Lein & Co.", Neubaustraße 7), die er bis zur Schließung im Dezember 1938 führte. Julius Neumann war Anhänger der Deutschen Demokratischen Partei, seit 1927 Mitglied in der Gesellschaft Casino Würzburg (Casinogesellschaft), sowie der Frankenloge (Bne Briss). NS-Zeit: Wirtschaftlicher Niedergang seiner Firma; zuletzt nur noch eine Zuschneiderei für den Bedarf von Emigranten. Im Novemberpogrom 1938 wurde Julius festgenommen und am 6. Dezember aus dem KZ Buchenwald entlassen. Er musste sich verpflichten, sein Geschäft zum Januar 1939 aufzulösen. Danach machte er eine Ausbildung in Fußorthopädie in einem Würzburger Betrieb. [1016] Ab Ende 1938 folgten mehrere Wohnungswechsel; die Familie musste ihre langjährige Wohnung in der Rotkreuzstraße räumen. [1078] Im Mai/Juni 1939 scheiterte seine Emigration über Kuba in die USA: Das Schiff (MS Orinoco) wurde nach Widerruf der Einreiseerlaubnis (vergleichbar der Irrfahrt der St. Louis) zurückbeordert (siehe Heinrich Leib und andere). Ab August 1939 musste Julius Neumann Zwangsarbeit in Würzburg leisten (im August 1939 zeitweise befreit wegen "fundamentalen Ohnmachtsanfällen"). Am 17. März 1940 richtete er ein Gesuch an die Gestapo Würzburg, ihn `vorläufig zu befreien`, weil sich seine Frau beide Füße verbrannt hatte und für längere Zeit bettlägerig war. Ausgang unbekannt. [1090] Am 27. November 1941 wurde Julius Neumann mit seiner Frau und dem zwölfjährigen Sohn Sefan Heinz vom "Judenhaus" Friedenstraße 26 nach Riga-Jungfernhof deportiert;[1057] er kam später, bis Ende Juli 1944, in das KZ Kauen, schließlich in das KZ Dachau, wo er im November 1944 ermordet wurde. [1003].